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Zweite Auflage fürs Kultur-Open-Air in Mössingen

Das Festival im Sommer auf dem Pausa-Gelände hat alle Erwartungen übertroffen. Auch unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung. Eine Bilanz wurde jetzt im Gemeinderat gezogen

Eine von 22 städtischen Veranstaltungen beim Kultur-Open-Air: Mentalmagier Andy Häussler trat in der Bogenhalle auf.
Eine von 22 städtischen Veranstaltungen beim Kultur-Open-Air: Mentalmagier Andy Häussler trat in der Bogenhalle auf. Foto: Jürgen Meyer
Eine von 22 städtischen Veranstaltungen beim Kultur-Open-Air: Mentalmagier Andy Häussler trat in der Bogenhalle auf.
Foto: Jürgen Meyer

MÖSSINGEN. Wie sagt der Schwabe oft? »Was nix koscht, des isch nix.« Es sind aber die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, und eine bessere Bestätigung als durch das Mössinger Kultur-Open-Air gibt es wohl kaum. 22 städtische Veranstaltungen bei freiem Eintritt hatten im Sommer nicht nur viele Besucher auf das Pausa-Gelände gelockt, sondern erwiesen sich auch als wertvollen Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Die Bilanz dieser ersten Veranstaltungsreihe, die Projektleiterin Vera Stegmaier und Daniela Löbbe als Verantwortliche für die Wirtschaftsförderung im Gemeinderat präsentierten, war auf jeden Fall so überzeugend, dass dieser im Vorgriff auf die Haushaltsberatungen schon mal 48.000 Euro für eine zweite Auflage bewilligte.

Die Grundidee des Open-Airs: Kultur mit einem niederschwelligen Angebot für die unterschiedlichsten Zuelgruppen zugänglich zu machen. So gab es zwischen 26. Juni und 20. Juli auf dem Löwensteinplatz und in der Bogenhalle ein vielfältiges Programm mit Theater und Comedy, Magie und Musik, Vorträgen und Workshops, Karaoke und Tanzen. Knapp 2.600 Besucher kamen, und mit den zusätzlichen Veranstaltungen etwa des Musikvereins und dem Diner en blanc der Bürgerstiftung summierte sich das Interesse auf rund 4.000 Gäste.

Einen Nerv getroffen

»Wir haben damit einen Nerv in der Bevölkerung getroffen«, freute sich OB Michael Bulander, der das Kultur-Open-Air auch mit Blick auf die weiteren Investitionen in das Pausa-Areal sieht: »Wir brauchen so eine Veranstaltung. Wir wollen das Pausa-Gelände lebendig gestalten und Menschen in die Pausa bringen.«

Zumal auch die finanzielle Bilanz durchaus erfreulich ist. Rund 50.000 Euro hat das Festival gekostet. Größte Ausgabenposten waren gut 20.000 Euro für das Programm, rund 19.000 Euro für Technik und etwas über 6.000 Euro für Werbung. Nicht eingerechnet sind dabei allerdings die Personalkosten der Stadt, wie Vera Stegmaier auf Nachfrage von Elke Milz (SPD) einräumte. Die Erlöse betrugen 26.500 Euro, aufgebracht von Sponsoren - weit mehr als die Organisatorinnen im Vorfeld erwartet hatten.

Kultur als Wirtschaftsfaktor

Auch für Wirtschaftsförderin Daniela Lübbe ist die Bilanz eindeutig: »Kultur ist ein Standortfaktor und bringt wirtschaftlichen Nutzen. Jede einzelne Maßnahme hat sich für die Stadt ausgezahlt.« Nicht nur, weil die vielen Veranstaltungen zusätzliche Besucher in die Stadt gelockt haben. 24 Unternehmen hätten in einer Umfrage angegeben, durch das Kultur-Open-Air zusätzliche Umsätze generiert zu haben. Daneben sei es enorm wichtig gewesen, die Kontakte zur lokalen Wirtschaft intensiviert zu haben. »Und die Unternehmen hatten die Chance, gesehen zu werden. Die Resonanz war überwältigend.« Darauf kann Mössingen wohl auch im nächsten Jahr bauen. »Es haben sich schon Unternehmen gemeldet, die Zusagen gemacht haben und wieder dabei sein wollen«, berichtete OB Bulander.

»Wir sind bereit, für 2026 wieder Vollgas zu geben«, versicherte Vera Stegmann. Dann kann sie jetzt bald loslegen, denn der Gemeinderat war quer durch alle Fraktionen sehr angetan von der Bilanz und hat einstimmig wieder 48.000 Euro bewilligt. Obwohl, wie Arno Valin (SPD) anmerkte, die Haushaltsberatungen erst in sechs Wochen sind. Doch die Zeit drängt. »Die Kolleginnen sitzen mir jeden Tag im Genick. Wir müssen die Verträge machen und die Technik mieten«, erklärte Michael Bulander. Auch die Sponsoren drängten. »Wir müssen jetzt einfach loslegen.«

Bei aller Begeisterung fürs Kultur-Open-Air hatte Ulrike Hagemann (Grüne) aber doch noch einen Kritikpunkt: »Ich bin entsetzt, dass das Sommerkino eingestellt werden soll.« Man habe das mal ausgesetzt, weil man angesichts der finanziellen Situation der Stadt auch Abstriche machen müsse, entgegnete Bulander. »Ein guter Film kostet mittlerweile so viel, dass das für uns kaum finanzierbar ist.« (GEA)