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Aktuell Nahverkehr

Zugausfälle und Änderungen im Tübinger Busverkehr

Mitte Dezember gibt es einige Änderungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Auf der Ammertalbahn fallen einige Züge zugunsten der Ermstalbahn aus, im Tübinger Stadtbusverkehr greifen Änderungen durch das Sparkonzept der Stadt.

Auf der Ammertalbahn läuft es derzeit gut - trotzdem müssen nun einige Verbindungen gestrichen werden.
Auf der Ammertalbahn läuft es derzeit gut - trotzdem müssen nun einige Verbindungen gestrichen werden. Foto: Alexander Thomys
Auf der Ammertalbahn läuft es derzeit gut - trotzdem müssen nun einige Verbindungen gestrichen werden.
Foto: Alexander Thomys

TÜBINGEN. Des einen Freud, des anderen Leid: Weil ab dem kommenden Montag, 15. Dezember, der lange versprochene Halbstundentakt auf der Ermstalbahn zwischen Metzingen und Bad Urach eingeführt werden soll, fallen auf der Ammertalbahn zwischen Tübingen und Herrenberg einige Verbindungen aus. Die Züge, die um 8.41, 20.41 und 23.11 Uhr in der Unistadt starten, fallen ebenso aus wie drei Verbindungen ab Herrenberg in der Gegenrichtung (die Abfahrtszeiten der gestrichenen Verbindungen waren hier 9.19, 21.19 und 23.49 Uhr). Auch eine Direktverbindung von Tübingen nach Bad Urach am späten Abend entfällt, ebenso wie der Gegenzug, der am frühen Morgen von der Kurstadt nach Tübingen fuhr. Diese Verbindung, die vor allem Mitarbeiter der Uniklinik nutzen, wird durch zwei Busse des Schienenersatzverkehrs ersetzt. Um 3.53 Uhr startet ein Regiobus, der alle Unterwegshalte des Zuges bedient, um 4.27 Uhr zudem ein Expressbus.

Auch die »Zwischentaktzüge« auf der Ammertalbahn zwischen Tübingen und Entringen entfallen in der Mittagszeit. Diese Verbindungen werden ab dem 14. Dezember nur an Schultagen von 6 bis 9 Uhr sowie von 15.30 bis 18.30 Uhr bedient. In den Schulferien entfällt das Angebot des Zwischentaktes komplett.

Neues Stellwerk muss überzeugen

Aber wieso entfallen nun Züge im Ammertal, wenn im Ermstal mehr Schienenverkehr startet? Das hängt damit zusammen, dass beide Verbindungen in der RB63 gemeinsam gedacht werden - ursprünglich sollten die Züge auch stets zwischen Herrenberg und Bad Urach verkehren. Als dieses Modell mit großen Verspätungen scheiterte, wurde auf der Ammertalbahn wieder ein »Inselbetrieb« zwischen Herrenberg und Tübingen eingeführt, der die Pünktlichkeit der Züge stabilsierte. »An diesem Inselbetrieb wollen wir weiterhin festhalten, auch wenn das neue Stellwerk in Metzingen in Betrieb geht«, betont Sarah Wüstenhöfer, Geschäftsführerin des Zweckverbands Ammertalbahn. Erst wenn sich zeigt, dass die Technik in Metzingen mitspielt, könnte ein neuer Versuch der Durchbindung erfolgen.

Auch bei den Busverbindungen in Tübingen gibt es ab dem 14. Dezember Änderungen.
Auch bei den Busverbindungen in Tübingen gibt es ab dem 14. Dezember Änderungen. Foto: Alexander Thomys
Auch bei den Busverbindungen in Tübingen gibt es ab dem 14. Dezember Änderungen.
Foto: Alexander Thomys

Da die RB63 allerdings komplett von der DB Regio betrieben wird, muss die Ammertalbahn nun zunächst zurückstecken: Es fehlt schlicht an Personal und Zügen für den vollen Inselbetrieb und den Halbstundentakt im Ermstal. Aktuell arbeitet die DB Regio daran, weitere Triebwagen zu mieten und die Schichtmodelle der Lokführer anzupassen. »Ab dem 2. März 2026 werden voraussichtlich alle Verbindungen wieder nach Fahrplan angeboten«, betont Wüstenhöfer. Einen Lichtblick gibt es für die Geschäftsführerin dennoch: Die Schäden an den Schienen und Radreifen der Ammertalbahn (wir berichteten) scheinen der Vergangenheit anzugehören, die Erneuerungsmaßnahmen scheinen Wirkung zu zeigen. »Die Verschleißproblematik gibt es aktuell nicht mehr. Dennoch behalten wir ein wöchentliches Monitoring aller Radsätze vorläufig bei.«

Verbesserungen im Schulverkehr

Zum 14. Dezember tritt auch der neue Tü-Bus-Fahrplan in Kraft. Neben notwendigen Anpassungen, die der TüBus-Aufsichtsrat im Rahmen eines zweistufigen Kostensenkungsprogramms beschlossen hat, soll der neue Fahrplan auch Verbesserungen bringen – unter anderem im Schulverkehr. Die neue Belegung der Bussteige am Zentralen Omnibusbahnhof soll zudem für ein flüssigeres Ein- und Ausfahren der Busse sorgen.

Um das Defizit in der ÖPNV-Sparte zu reduzieren, haben die Stadtwerke Tübingen im April erste Maßnahmen zur Kostensenkung umgesetzt. »Auch die zweite Stufe ermöglicht maximale Einsparungen bei minimaler Belastung der Fahrgäste«, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Stadtwerke. Um dem veränderten Bedarf gerecht zu werden, nimmt Tü-Bus zusätzliche Anpassungen und Erweiterungen am Angebot vor: So verlangt etwa die schadhafte Alleenbrücke den Einsatz leichterer Fahrzeuge. Mit den Änderungen im Schülerverkehr wird der Schulstandort Feuerhägle gestärkt. Nach der Erschließung des Gewerbegebiets Aischbach II wird die Linie 12 verlängert.

Tü-Bus: Die Änderungen im Überblick

Der Abendverkehr beginnt auf allen Linien ab 19 Uhr. Eine Ausnahme bildet die Linie 1: Zwischen 19 und 20 Uhr werden vier Fahrten zwischen dem Hbf und Pfrondorf angeboten. Der südliche Abschnitt zwischen Hbf und Französischem Viertel entfällt von Montag bis Freitag im Abendverkehr. An der Haltestelle Alter Güterbahnhof hält stattdessen die Linie 7611.

Bei der Linie 2 wird der Linienweg auf den Abschnitt Hbf – Sand – WHO gekürzt. Die Strecke Hbf – Mühlbachäcker übernimmt die Linie 6. Diese wird auf der anderen Seite um den Streckenteil Hbf – Rappenberg verkürzt. Dort fahren Kleinbusse als neue Linie 33.

Die Linie 5 wird nur noch während der Weihnachts- und Sommerferien auf einen 15-Minutentakt ausgedünnt. An allen anderen schulfreien Tagen gilt der reguläre Fahrplan.

Die Linie 8 übernimmt den Abschnitt zwischen Hbf und Derendingen von der Linie 16. Sie verläuft künftig vom Hbf über die Hegelstraße und die Europastraße statt über die Blaue Brücke. Den Streckenabschnitt Derendingen – Steinlachwasen übernimmt die Linie 31.

Die Linie 10 fährt am Abend sowie an Sonn- und Feiertagen nur noch im Stundentakt.

Die Linie 12 wird um den Abschnitt Städtischer Fuhrpark – Hagellocher Weg über die neue Haltestelle Handwerkerpark verlängert.

Die Linie 13 beginnt und endet an der BG Unfallklinik. Die Möglichkeit zur direkten Weiterfahrt als Linie 17 entfällt.

Die Linie 14 fährt nur noch in den Hauptverkehrs- und Schichtwechselzeiten.

Auf der Linie 17 entfällt der Abschnitt Wanne – Kliniken.

Die Linie 22 fährt künftig am Abend sowie sonn- und feiertags nur noch im Stundentakt.

Die Linie 31 fährt über Waldhörnlestraße – Unter dem Holz – Hornstraße und hält an den neuen Haltestellen in der Hornstraße und am Abzweig nach Kreßbach.

Die Linie 34 fährt nur noch im Stundentakt.

Im Nachtbusverkehr wird auf allen Linien die vierte Fahrt gestrichen.

Auf der Linie E im Schulverkehr gibt es umsteigefreie Fahrten ab Pfrondorf, Herrlesberg, Alte Weberei, Lustnau, Gartenstraße und Hirschau zum Feuerhägle/Carlo-Schmid-Gymnasium.

An schulfreien Tagen gilt weiterhin der Ferienfahrplan. Eine Ausnahme bilden, neben der Linie 5, die Fahrten der Linie X15: Sie entfallen nur in den Sommer- und Weihnachtsferien.

Die aktualisierten Fahrpläne sind auf der TüBus-Website unter www.tuebus.de/fahrplan verfügbar. Eine Übersicht über die neue Steigbelegung findet sich unter www.tuebus.de/zob.