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Zauberei: Tricks oder richtige Magie?

Wir wollten mehr über die Zauberei erfahren und durften beim Kinderzauberer »Pino Magino« sogar hinter seinen Zaubertisch schaue
Wir wollten mehr über die Zauberei erfahren und durften beim Kinderzauberer »Pino Magino« sogar hinter seinen Zaubertisch schauen. Foto: Katharina Wörner
Wir wollten mehr über die Zauberei erfahren und durften beim Kinderzauberer »Pino Magino« sogar hinter seinen Zaubertisch schauen.
Foto: Katharina Wörner

TÜBINGEN. Der Zauberer »Pino Magino« empfängt mit bunten Seifenblasen. Eine der Seifenblasen hebt er vom Boden auf – und siehe da: plötzlich ist es eine kleine Kristallkugel! Aber das war noch nicht alles. Er steckt einen kleinen weißen Stiel in die Kugel und schwupps hält er einem plötzlich zur Begrüßung einen waschechten Lolli entgegen!

Wer sich einen Zauberer mit dunklem Zylinder, einem schwarzen Umhang und vielleicht mit einem gefährlichen Glitzern in den Augen vorstellt, bei dem man nie weiß, ob er einen nicht gleich in eine Kröte mit Ringelschwanz verzaubert, der wird bei »Pino Magino« ziemlich überrascht sein.

Der Zauberer aus Tübingen hat einen frechen Strohhut auf dem Kopf, eine mit bunten Flicken benähte schwarze Weste über einem grün-weiß gestreiften T-Shirt, die Hosen sind hochgekrempelt und dann hat er auch noch unterschiedliche Socken an den Füßen. Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass der Zauberer in Wahrheit ein Clown ist – und vielleicht liegt da sogar ein bisschen Wahrheit drin.

Und plötzlich sind goldene Bonbons drin.
Und plötzlich sind goldene Bonbons drin. Foto: Katharina Wörner
Und plötzlich sind goldene Bonbons drin.
Foto: Katharina Wörner

Ein bisschen Clown

Und trotzdem. Oliver Klopsch, wie er mit richtigem Namen heißt, ist ein waschechter Kinderzauberer. Was natürlich nicht heißt, dass Erwachsene ihm nicht auch zuschauen dürfen. Das Besondere an seiner Zauberkunst: Sie ist nicht nur spannend, sondern vor allem auch superlustig. »Bei mir passiert immer wahnsinnig viel Schlammassel, weil meine Requisiten immer das machen, was sie wollen. Aber am Ende klappt der Zauber dann meistens doch«, lacht der Zauberer mit Hut, der zugibt, dass er sich bei seinen Auftritten meist selbst fühlt, als wäre er noch sechs oder sieben Jahre alt.

Während seiner Auftritte fliegen Farben in ein Malbuch und wieder heraus, die Kinder übernehmen die Regie, »Pino Magino« übernimmt ihre Ideen und am Ende rufen alle ganz laut »Strumpfmarmelade« – denn ohne einen richtigen Zauberspruch funktioniert natürlich keine Zauberei.

Aber was braucht eigentlich ein Zauberer, um Dinge verschwinden zu lassen, fragen wir den Experten. Da muss der 48-Jährige nicht lange nachdenken: »Einen Zauberhut, einen Zauberstab und Requisiten, also die Sachen, mit denen ich zaubere – und natürlich, ganz wichtig, das Zauberpublikum!«

Ja, ja, der Zauberstab. Der macht bei »Pino Magino« oft ganz verrückte Sachen. Ohne, dass der Zauberer seinen Zauberspruch gesagt hätte, schießt er einfach aus seiner Hand nach oben und piekst ihm ins Auge. Und danach in die Nase. Und dann auch noch ins Ohr. Der Zauberer macht Grimassen, schimpft mit dem Zauberstab, kann es gar nicht glauben, was der wieder für einen Quatsch macht.

Das rote Tuch, das verschwinden sollte, ist auch nur zu Boden gefallen – was soll das denn? Auch beim zweiten und dritten Mal klappt es nicht. Ach jaaaa, natüüürlich, Zauberspruch vergessen, ist doch klar! Und schon ist das rote Tuch weggezaubert und taucht beim Publikum hinter einem Ohr wieder auf.

Einfach so: Der Zauberstab sticht »Pino Magino« in die Nase.
Einfach so: Der Zauberstab sticht »Pino Magino« in die Nase. Foto: Katharina Wörner
Einfach so: Der Zauberstab sticht »Pino Magino« in die Nase.
Foto: Katharina Wörner

Aber kann der Zauberer eigentlich auch gute Noten zaubern und die Hausaufgaben mit »Hexhex« und »Strumpfmarmelade« einfach so erledigen? »Nein, das kann ich leider nicht«, muss der Zauberclown schmunzelnd zugeben.

Dafür findet er nach ein bisschen Suchen an seinem Arm eine Stelle, in die er ein 10 Cent Stück verschwinden lassen kann und macht aus imaginären Goldstücken, die Kinder in eine silberne Schüssel werfen dürfen, einfach mal ganz echte goldene Bonbons.

Was immer »Pino Magino« auch zaubert, man sieht es an seinen leuchtenden Augen: Zaubern macht ihm einfach Spaß. Zum Schluss zeigt er uns noch einen Trick, den wir Euch sogar verraten dürfen: »Pino Magino« füllt aus einem kleinen Gefäß etwas Wasser in einen Becher, fragt nach einem Freiwilligen, der keine Angst vor Wasser hat, sagt seinen Zauberspruch und dreht den Becher über dem Kopf ganz langsam um. Unglaublich: Es kommt kein Wasser heraus. Der Trick: Im Becher befinden sich festgedrückte Wattepads oder Küchentücher, die das Wasser einfach aufsaugen. »Einfach alleine üben, wie viel Wasser aufgesaugt wird, dann sehr, sehr langsam umdrehen und so drehen, dass niemand in den Becher reinschauen kann«, rät der Profi.

Eines wollen wir von unserem Zauberer aber zum Abschluss noch unbedingt wissen: Besteht die Zauberkunst nun eigentlich nur aus Tricks oder ist vielleicht doch auch echte Magie dabei? »Tja, eigentlich sind es alles nur Tricks, doch wenn der Zauberstab mal wieder ganz viel Quatsch macht, bin ich mir da manchmal nicht mehr ganz so sicher«, sagt der Zauberer legt den Kopf schief und grinst. (GEA)