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Tübinger Pflege-Studium: Der erste Rutsch ist durch

Die ersten Absolventen des Bachelorstudiengangs Pflege an der Uni Tübingen feiern ihren Abschluss. Die 26 Studierenden starteten vor vier Jahren.

Die Pioniere der Pflege – Erste Absolventen des Studiengangs in Tübingen.  FOTO: ZECK
Die Pioniere der Pflege – Erste Absolventen des Studiengangs in Tübingen. Foto: Lorenz Zeck
Die Pioniere der Pflege – Erste Absolventen des Studiengangs in Tübingen.
Foto: Lorenz Zeck

TÜBINGEN. »Danke, dass sie unsere Pioniere sind und das alles mitgetragen haben.« Mit diesen Worten beginnt Klaus Tischler, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Tübingen, seine Rede. Mit Pionieren meint er die ersten Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Pflege, die sich versammelt haben, um ihren Abschluss zu feiern.

Gemeinsam mit der Hochschule Esslingen, dem Universitätsklinikum Tübingen und der Medizinischen Fakultät wurde der neue Bachelor-Studiengang Pflege ins Leben gerufen. 26 Studierende starteten im Herbst 2020 in den Studiengang.

Nicht immer so positiv

»Leider hat es sich nicht immer so positiv angefühlt, wie sich das Wort Pioniere vielleicht anhört«, erzählt die Absolventin Raphaela Gramsch. »Wir hatten oft das Gefühl, dass wir uns rechtfertigen, dass wir studieren.« Dabei ist der Weg in die Pflege über ein Hochschulstudium in vielen europäischen Ländern der Standardweg. In der deutschen Pflege beträgt die Akademisierungsquote laut Wissenschaftsrat 2,5 Prozent. Jener empfiehlt aber seit über zehn Jahren eine Quote von 10 bis 20 Prozent. Genau deswegen starteten 2020 bundesweit Studiengänge zur Pflege.

Doch Absolventin Gramsch berichtet: »Wir wurden oft gefragt, was uns jetzt besser macht, was uns unterscheidet von der Ausbildung und das wussten wir oft einfach nicht.« Prof. Dr. Cornelia Mahler, Direktorin der Abteilung Pflegewissenschaft am Universitätsklinikum Tübingen, weiß darauf die Antwort. Sie betont, dass sich Pflege ständig wandelt. Um sich diesem Wandel anzupassen, brauche es das Studium, brauche es den erlernten »Methodenkoffer«. Die Studierenden werden auf den Pflegeberuf in allen Situationen vorbereitet, im Krankenhaus ebenso wie in der Kinder- und Altenpflege. Darüber hinaus berichten Studierende auch, dass die erlernte Theorie durchaus nützlich ist. »Es war uns ein großes Anliegen, dass jeder, der in diesem Beruf arbeitet, wirklich hoch qualifiziert ist und weiß, wovon er spricht«, erklärt Mahler. »Kompetenzen, die über den Tellerrand blicken« würden vermittelt.

4.400 Euro Gehalt

Diese Kompetenzen eröffnen auch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. »Die Berufsaussichten sind glänzend«, sagt Pflegedirektor Tischler und rechnet vor: Mit einem Studiengang, wie er in Tübingen angeboten wird, könne man rund 4.400 Euro brutto im Monat verdienen. Außerdem habe man bessere Chancen, in höhere Positionen aufzusteigen.

Elf Absolventinnen wurden beglückwünscht und erhalten neben der staatlichen Berufszulassung als Pflegefachfrau/ -mann auch den Bachelor of Science. Zwei von ihnen nehme ihre Arbeit am Klinikum Tübingen auf. (GEA)