KUSTERDINGEN. Regen und Hagel stoppte den Zustrom nicht: Das Zelt des Musikvereins Kusterdingen auf dem Kusterdinger Festplatz war am Samstag und am Sonntag stets gut gefüllt. »Alles zusammen könnten es rund 1200 Besucher gewesen sein«, schätzte Joachim Zühlke, Vorstand des Musikvereins Kusterdingen. »Die Stimmung war so gut wie selten zuvor. Das 100-Jahre-Jubiläum letztes Jahr hat uns richtig Schwung gegeben.«
Das Fest begann am Samstag mit einem Blasmusikabend: Es spielte Christoph Gleichauf mit seiner Blaskapelle »Keine Stimme Stunde« böhmische Blasmusik. Viele Vertreter anderer Kusterdinger Vereine machten die Party zu einem echten Dorffest. Das wurde es erst recht, nachdem die Kusterdinger Feuerwehrleute nach Absolvieren der Leistungsabzeichen in Remmingsheim im Festzelt eintrafen. Die Aperol-Bar war im Dauerbetrieb.
Am Sonntag begann das Fest um zehn Uhr mit einem Gottesdienst. Ab halb zwölf spielte der Musikverein Hirschau. Dem schlossen sich der Nachwuchs und dann die Aktivenkapelle des Musikvereins Kusterdingen an. Die hatte, dank Dirigent Johannes Popp, viel Elan. »Er macht einen tollen Job und das Orchester ist gut besetzt«, urteilte Jazz-Bassist Axel Kühn, der mit seinem Instrument in der Jugendkapelle XXL aushalf, wo auch die kleinsten Kusterdinger Musiker mit den Blockflöten bereits Bühnenluft schnupperten.
Handschrift von Dirigent Johannes Popp gut lesbar
Die musikalische Handschrift von Johannes Popp ist gut lesbar: Die Kusterdinger Kapelle, wie am Sonntagnachmittag zu hören, hat den Swing, dem die Zuhörerschaft leicht verfällt. Polkas und Märsche stehen zwar auch im Programm, aber eben auch Hits der neuen deutschen Welle, die von vielen lautstark mitgesungen wurden: »Skandal im Sperrbezirk«, »Sternenhimmel« oder »Tausendundeine Nacht« – echte Kracher eben.
Zum Mittagstisch am Sonntag waren die selbstgemachten Schnitzel mit Spätzle und Soße sowie der Salatteller stark begehrt. Die vegetarische Spätzlepfanne lief auch hervorragend. Für Joachim Zühlke etwas überraschend gingen am Sonntag auch Heringweckle ziemlich gut weg. Als Kater-Konter vielleicht? Und von den 30 Kuchen waren am späten Sonntagnachmittag nur noch einzelne Stücke da. Für den Festausklang sorgte die Kapelle des Musikvereins Derendingen. (GEA)

