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Schulzentrum: Auf dem Höhnisch läuft alles nach Plan - und besser

Gute Nachrichten für das Schulzentrum, das die Gemeinden Dußlingen, Gomaringen und Nehren zusammen finanzieren: Die beantragten Fördergelder fallen mit knapp 16 Millionen Euro deutlich höher aus als angenommen. Ein Ärgernis gibt's jedoch im laufenden Schulbetrieb.

Finanziell könnte es beim Schulbau auf dem Höhnisch momentan wohl kaum besser laufen.
Finanziell könnte es beim Schulbau auf dem Höhnisch momentan wohl kaum besser laufen. Foto: Manfred Grohe
Finanziell könnte es beim Schulbau auf dem Höhnisch momentan wohl kaum besser laufen.
Foto: Manfred Grohe

DUßLINGEN/GOMARINGEN/NEHREN. In Zeiten klammer Kassen bei den Gemeinden sieht's beim Ausbau des Schulzentrums auf dem Höhnisch, den die Gemeinden Dußlingen, Gomaringen und Nehren gemeinsam finanzieren, ziemlich gut aus: Der Gemeindeverwaltungsverband Steinlach-Wiesaz (GVV) erhält vom Land für den gegenwärtigen Bauabschnitt der Merian-Gemeinschaftsschule insgesamt rund 16 Millionen Euro Fördergeld. Das sind sechs Millionen mehr als ursprünglich angenommen, wie Dußlingens Bürgermeister und Vorsitzender des GVV, Thomas Hölsch, bei der letzten Versammlung des Jahres sagte.

»Das war wie ein Weihnachtsgeschenk«, stellte Hölsch fest, ehe über den Haushalt des kommenden Jahres abgestimmt wurde. Aber nicht nur der Fördersegen ist eine gute Nachricht: Auch bei den bisherigen Bauphasen und der Planung liege man mit rund 2,8 Millionen Euro deutlich unter den veranschlagten Kosten. »Davon nehmen wir zwei Millionen raus, das entlastet die Gemeindehaushalte«, schlug Hölsch mit Blick auf das kommende Jahr vor. Ziel müsse es weiterhin sein, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten und die Finanzierung richtig anzupassen - weil sich die Umlage auch ändern werde, da weniger Kredite aufgenommen werden müssen. Dadurch sinkt die Zinslast, was wiederum die Gemeindekassen entlastet. Insgesamt wird mit einer Kreditaufnahme von rund 2,2 Millionen Euro gerechnet.

Doch buchhalterisch führen die unverhofften Millionen zu einem ungewöhnlichen Problem: Durch die Höhe der Förderung, die die tatsächlichen Baukosten im kommenden Jahr übersteigen wird, gerate man in eine Art Überfinanzierung. Das könne man aber damit verrechnen, was bereits in den vergangenen Jahren angefallen sei, erklärte Dußlingens Kämmerin Patricia Albano, die ebenfalls die Zahlen für den GVV aufbereitet.

Wie erwartet halten sich die Erträge und Aufwendungen mit rund vier Millionen Euro die Waage und führen zu einem ordentlichen Ergebnis von glatten Null Euro - »wie's auch sein muss«, brachte es Albano auf den Punkt. Fürs kommende Jahr plant der GVV mit einem Umlagebedarf von rund zwei Millionen Euro, der sich anhand der Bevölkerung der drei Gemeinden aufschlüsselt. Demnach muss Dußlingen 638.000 Euro, Gomaringen 891.000 Euro und Nehren als kleinste Gemeinde rund 482.000 Euro zum Projekt beisteuern.

»Das war wie ein Weihnachtsgeschenk«

»Ich bin beruhigt, dass für dieses Jahr die Umlage sinkt«, sagte der Gomaringer Gemeinderat Maximilian Föll. Dass die frischen Zahlen in der kurzen Zeit direkt eingearbeitet worden seien, bezeichnete der SPD-Mann als »starke Leistung«. Doch wie es mit der Finanzplanung im kommenden Jahr weitergehe, wenn der Vorsitzenden-Stab an Gomaringens Schultes Steffen Heß weitergereicht wird, könne man jetzt noch nicht sagen, erklärte Hölsch auf eine weitere Frage Fölls.

»Das müssen wir noch im Kollegenkreis besprechen. Ich möchte Frau Albano zurückholen«, so Hölsch. Gegenwärtig wird der Haushalt für den GVV parallel zum Dußlinger Tagesgeschäft erledigt, weil Dußlingens Schultes momentan noch den Vorsitz innehat. Eine neue halbe Stelle nur für den Verband zu schaffen, wäre zu viel, sagte Hölsch, beruhigte aber etwaige Sorgen: »Die Übergabe wird ohne Druck geschehen. Wir sind ja noch da.« Am Ende wurde der Haushalt einstimmig beschlossen, ebenso die Einsparung der zwei Millionen Euro. Dieser Einzelbeschluss wurde gefasst, »weil wir noch nicht wissen, was kommt«, gab Dußlingens Schultes zu bedenken. Vielleicht brauche man das Geld wieder - und so vergesse niemand, dass das Geld eingespart wurde.

Ein Ärgernis tat sich dann allerdings doch noch im Gremium auf. Eigentlich sei es eine Sache, die im Dußlinger Gemeinderat angesprochen wurde, erklärte Hölsch. Doch weil's den Höhnisch betrifft, wollte man das Gremium des GVV informieren: Laut einigen Beschwerden gebe es zu wenige Fahrradstellplätze an der Schule. Das führe mitunter dazu, dass die Kinder und Jugendlichen kreuz und quer ihre Räder abstellen, mitunter auch Notausgänge blockieren.

Warum gibt's plötzlich mehr Geld?

Das Land Baden-Württemberg fördert den Schulbau und die notwendigen Sanierungen unter anderem über den Kommunalen Investitionsfonds. Der wurde erst kürzlich von 200 Millionen Euro auf 450 Millionen Euro massiv aufgestockt. Insgesamt fördert das Land die Sanierung von rund 200 Schulen mit 468 Millionen Euro, wie Kultusministerin Theresa Schopper mitteilte.

Zusätzlich wurde eine Verwaltungsvorschrift neu gefasst, die sich ebenfalls positiv auf das Projekt auswirkt und rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft tritt. Darin wurden die Kostenrichtwerte angepasst, die sich nun viel realistischer an den tatsächlichen Baukosten orientieren, wie der GVV-Vorsitzende Thomas Hölsch erklärte. »Zudem wurde die Programmfläche geändert und der Auswärtigenzuschlag anders gewichtet.« (pru)

»Es gibt aber nicht zu wenige«, erklärte der Geschäftsführer des GVV, Manuel Binder. »Wir haben genauso viele wie vor der Baustelle.« Nur werde am zentralen Abstellplatz gerade Rasen ausgesät, der erst anwachsen müsse. Zudem erfordere es die Baustelle nun mal, dass bestimmte Areale zeitweise großflächig abgesperrt werden müssten.

»Wir können nun mal nicht mit dem Hubschrauber bauen«

Dabei gibt es Ausweich-Stellplätze, die manch' einem Schüler aber zu weit weg scheinen. »Die wählen den Weg des geringsten Widerstandes«, so Binders Interpretation. Auf das gefährdende Versperren eines Fluchtweges angesprochen, hätte ein Schüler mit »nicht wiederholbaren« Beleidigungen gegenüber dem Hausmeister- und Baustellenpersonal reagiert. Man habe es bereits mit Zetteln versucht, Aufmerksamkeit für das Problem zu schaffen, die allerdings am Mittag bereits wieder abgerissen am Boden lagen. Auch Ansprachen habe es gegeben. Zudem seien zumindest in Dußlingen die Schüler über Elternbriefe über die Situation informiert worden, erklärte Hölsch.

Der Schulleiter vom Karl-von-Frisch-Gymnasium, Matthias Friederichs, brach indes die Lanze für seine Schüler: »Die Unzufriedenheit ist groß, weil's keiner versteht.« So wie es im Moment aussehe, müssten die Schüler am Eingang vorbei, am Ende der Straße das Rad abstellen und wieder zurücklaufen. Es sei gar von einem Schildbürgerstreich die Rede.

Hölsch sah die Sache pragmatisch. »Manchmal muss man einfach unbequeme Dinge in Kauf nehmen.« Ein Projekt dieser Größenordnung sei nicht einfach, das müsse auch auf Verständnis stoßen. »Wir können nun mal nicht mit dem Hubschrauber bauen.« (GEA)