Noch bis Ende dieser Woche können Leute daher ihr Schnittgut aus dem Gütle entweder auf einen der Häckselplätze in Öschingen oder Talheim fahren. Oder sie können die am Wegesrand aufgetürmten Äste-Haufen abholen lassen. In der kommenden Osterwoche wird das Reisig von der Grüngruppe der AiS (Arbeit in Selbsthilfe), einer Tochterorganisation der KBF (Körperbehindertenförderung), mit großem Hänger abgeholt und auf den Häckselplatz geführt. Material, das nach dem 20. März abgelegt wird, kann nicht mehr abgeholt werden.
Am Filsenberghang aufgeräumt
Der Öschinger Marcus Hölz leitet das aus Behinderten, einem Asylbewerber und Praktikanten bestehende Gehölz-Team. »Wir arbeiten Hand in Hand mit dem Nabu.« Die Gruppe, die selbst einige Allmendwiesen betreut, hat Landschaftspflegemaßnahmen auf der Wacholderheide am Osthang des Farrenbergs durchgeführt. »Der CVJM Öschingen hat am Filsenberghang ordentlich aufgeräumt«, lobt Hölz das Engagement der Baumpfleger.Auch sonst sieht die Zwischenbilanz für das 230 Hektar große Gebiet entlang des Albtraufs zwischen dem Öschinger Freibad und dem südlichen Ortsrand von Talheim sehr vielversprechend aus. »Im letzten Jahr hatte die AiS-Gruppe 50 Hängerladungen eingesammelt, jetzt sind wir schon bei 70. Und wir wissen nicht, was bis Samstagabend noch anfällt«, sagt Mall-Eder.
Kein Müll und Unrat abgeladen
Für diejenigen, die vom Service der Abholung ihres Schnittguts profitieren wollen, gilt, dass sie ihr Reisig (»ausschließlich holziges Material, kein Grüngut oder Laub«) an den Fahrwegen gut zugänglich ablegen, also nicht direkt hinter einem Graben. Wer sein Reisig – keine Gartenabfälle – direkt zum Häckselplatz bringen will, steht ausnahmsweise nicht vor verschlossenen Toren: Beide Anlagen sind von 9 bis 17 Uhr geöffnet. »Wir haben in den letzten Wochen nur gute Erfahrungen gemacht. Entgegen der Befürchtungen wurde weder Müll noch Unrat abgeladen«, berichtet Sabine Mall-Eder.Mit dem Modellprojekt zur Biomassenutzung der Landschaft um Mössingen und Nehren soll die Pflege der heimischen Streuobst-Wiesen für Besitzer nicht nur attraktiver gemacht, vielmehr sollen die Ressourcen besser ausgenutzt werden. Das Experiment ist nach Ablauf der zweijährigen Bezuschussung aus dem Naturschutzfonds erfolgreich beendet, aber nicht eingestellt worden. Es ist zur festen Einrichtung geworden. Die Stadt Mössingen finanziert die weiteren Vorhaben zum Klimaschutz, zusätzliche Landesfördermittel kommen vom Landschaftserhaltungsverband Vielfalt. Mittelfristig soll es mehrere Verwertungsstränge fürs Schnittgut geben.
Denn allein vergangenes Jahr wurde von den Mössingern ein Ertrag zusammengeschnitten, der der Energie von rund 40 000 Litern Heizöl entspricht. Daher wird es auch 2017 wieder eine Sammelaktion geben. Das Gebiet steht schon fest: Es reicht vom Öschinger Öschbachtalhof entlang des Firstbergs bis hinüber zum Deponiegelände am Südring. (mey)

