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Aktuell Firmen-Jubiläum

Ofterdinger Schreinerei Schmid vor 125 Jahren gegründet

Handwerksbetreib mit langer Familientradition: die Schreinerei Schmid gibt es schon seit 125 Jahren in Ofterdingen. Mittlerweile ist Hannes Schmid, der Ururenkel des Firmengründers, Mitinhaber. Er plant den Umzug des Betriebs ins Industriegebiet Weiherrain.

Hannes Schmid (links), übernahm den Familienbetrieb Anfang des Monats von seinem Vater Martin (rechts).
Hannes Schmid (links), übernahm den Familienbetrieb Anfang des Monats von seinem Vater Martin (rechts). Foto: Foto: Michael Sturm
Hannes Schmid (links), übernahm den Familienbetrieb Anfang des Monats von seinem Vater Martin (rechts).
Foto: Foto: Michael Sturm

OFTERDINGEN. Eine Schreinerei kommt heute nicht mehr nur mit klassischen Werkzeugen aus. Die aktuellste Modernisierung der Ofterdinger Schreinerei Schmid umfasste vor allem Computer-Software: »Cad-Programme zum Zeichnen und zur 3D-Visualisierung für die Kunden. Und ein Branchenprogramm, in dem die Rechnungen an gelegt werden«, sagt Hannes Schmid, der den Betrieb Anfang Juli dieses Jahres von seinem Vater Martin übernahm.

Dies feiert der Betrieb am Freitag ebenso wie dessen 125-jähriges Bestehen. Da wird sich sicher auch Hannes’ Großvater Waldemar zeigen. Der 91-Jährige wohnt gleich neben dem Firmengelände in der Ofterdinger Stäffelenstraße. Waldemar Schmid war der dritte Inhaber der Schreinerei. Hannes Schmid, 27 Jahre alt, führt die Firma somit in fünfter Generation. Ein klassischer Familienbetrieb: Seine Mutter Esther erledigt nach wie vor die Buchhaltung und weitere Büroarbeiten.

Gründung in der Bachsatzstraße

Hannes Schmids Ururopa Georg Schmid gründete die Schreinerei vor 125 Jahren in der Bachsatzstraße, in der Scheune seines Elternhauses. Das steht längst nicht mehr. Es befand sich in der Nähe des Gartens der Schule. Anders als seine Nachkommen war er nicht nur Schreiner, sondern auch Zimmermann. »Er hatte nicht viele Werkzeuge«, wirft Hannes’ Vater Martin Schmid ein. Ein paar Sägen. Gebohrt wurde mit Hilfe eines Transmissionsriemens, der von einem Motor angetrieben wurde. Solange, bis eine elektrische Bohrmaschine angeschafft wurde. Damals war das etwas ganz Neues: »Die bewahrte er im Kleiderschrank auf. An die durfte niemand ran«, weiß Martin Schmid aus Erzählungen seines Großvaters. Karl Schmid, der Sohn des Firmengründers, schaffte ein Gerät an, das heute fast schon antik wirkt: einen von der heute nicht mehr existierenden Ofterdinger Firma Rapid hergestellten Kettenstemmer. Martin Schmid arbeitete noch mit älteste Werkzeug im Betrieb.

Drei Männer in einer Firma war zu eng: Die Schreinerei baute 1952 am Ortsrand neu

Karl Schmid, in Ofterdingen bald nur noch »Schreiner-Karle« genannt, stieg nach seiner Lehre bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in die Firma ein. In Ofterdingen auch als »Tierdoktor« bekannt setzte er die Tradition der Schmids fort, sich im Flecken zu engagieren: Seine Vater war Gemeindeverordneter. Karl wurde Gemeinderat. Bisher folgten ihm sein Sohn und sein Enkel in diesem Ehrenamt nach.

Als Karl Schmids Sohn Waldemar in den Betrieb einstieg, half Firmengründer Georg noch mit. Den drei Männern wurde es in der Bachsatzstraße zu eng. 1952 baute der Betrieb ein neues Firmengebäude in der Stäffelenstraße. Die lag damals am Ortsrand. Waldemar Schmid war viele Jahre lang Kommandant der Ofterdinger Feuerwehr: »Als kleiner Bua versuchte er zu löschen, als es im Nachbarhaus brannte«, erzählt Martin Schmid von seinem Vater.

Martin Schmid übernahm 1992

Bereits mit 59 Jahren zog sich Waldemar Schmid aus dem Betrieb zurück. Die Hüfte. »Er musste damals alles allein tragen«, sagt Martin Schmid, der als erster bei seinem Vater das Schreiner-Handwerk lernte. Seitdem bildet die Firma alle drei Jahre einen Lehrling aus. Dietmar Fröhlich war der erste von außerhalb der Familie. Frank Haaser, seit 36 Jahren im Betrieb wurde noch von drei Generationen Schmid ausgebildet.

1992 übernahm Martin Schmid den Betrieb von seinem Vater. Er modernisierte den Betrieb indem er den damals bestehenden Maschinenpark fast komplett austauschte. Die Firma fertigte nun Küchen, Badmöbel und Einbauschränke, sowie nach wie vor traditionell hergestellte Möbel an. Und Särge, die seit der Firmengründung zum Produktkatalog der Firma gehörten.

Neuer Chef, neue Maschinen

Martin Schmid, heute 62 Jahre alt, machte 2025 den Schnitt. Zur diesjährigen Wahl trat der langjährige Gemeinderat nicht mehr an. Und zum 1. Juli, nach 33 Jahren als Chef der Firma, übergab er die Schreinerei an seinen Sohn Hannes. Dieser legte 2021, im Alter von 23 Jahren, seine Meisterprüfung ab. Mit ihm wird sich der Betrieb erneut verändern: »Wir planen einen Neubau im Gewerbegebiet Weiherrain, gegenüber des Feuerwehrhauses.«

Zum einen sei die Auftragslage gut. Zum anderen will Hannes Schmid, wie die Generationen vor ihm, den Maschinenpark erweitern. Er will CNC-Maschinen anschaffen, die das Fräsen computergesteuert erledigen. Die brauchen mehr Raum, als es die aktuellen Firmenräume erlauben. Seine Eltern Esther (im Büro) und Martin (in der Werkstatt) werden ihm weiterhin zur Seite stehen. (GEA)

Dieser Kettenspanner ist aktuell das älteste Arbeitsgerät in der Schreinerei Schmid.
Dieser Kettenspanner ist aktuell das älteste Arbeitsgerät in der Schreinerei Schmid. Foto: Foto: Michael Sturm
Dieser Kettenspanner ist aktuell das älteste Arbeitsgerät in der Schreinerei Schmid.
Foto: Foto: Michael Sturm