MÖSSINGEN. Unter dem Motto "Frauenpower" präsentierte der aus dem Belsener Liederkranz heraus neu gegründete Frauenchor Bel"Achord am Wochenende sein erstes Jahreskonzert in der Aula des Quenstedt Gymnasiums. 40 Frauen auf der Bühne, 400 Zuhörerinnen und Zuhörer im bis auf den letzten Platz belegten Saal. Los ging es musikalisch mit "California Dreamin’" von The Mamas und The Papas.
Mit Chorleiter Johannes Sollner und Bandbegleitung boten die Sängerinnen einen abwechslungsreichen Mix aus Rock- und Popmusik, der das Publikum mitriss. »Das Singen macht uns unglaublichen Spaß«, sagte Sarah Ackermann, die sich den Vereinsvorsitz von Bel’Achord mit Sandra Rohleder teilt. Entstanden als Projekt für das Konzert »Sommerhitz« des Liederkranzes Belsen entwickelte sich eine Dynamik. »Für die Hälfte der Sängerinnen stand danach fest, dass es weitergehen muss«, sagte Ackermann.
Breites Altersspektrum
Nach einer kurzen »Findungsphase« sei so der Belsemer Frauenchor entstanden. Die gut 40 festen Sängerinnen möchten mit Rock- und Pop-Repertoire auch jüngere Generationen ansprechen. Von 27 bis 80 Jahren ist das Altersspektrum groß. Die Gemeinschaft wird mit regelmäßigen Treffen gestärkt. »Wir sind mit Neugier und Motivation an die Gründung eines eigenen Vereins gegangen«, sagte Rohleder. Bis die Satzung stand, die Gründungsversammlung abgehalten, alles notariell beglaubigt und mit den Ämtern geklärt war, sei das viel Arbeit gewesen. 16 Frauen gründeten schließlich den neuen Chor, dessen Name auf »Belle«, also schön, anspielt ebenso wie auf »Akkord« und »Chor«. Chorleiter Söllner, der auch die Männer dirigiert, leite die Frauen mit »Herz und Humor«, so Rohleder.
»Wir wussten gar nicht, welche Töne wir in uns tragen«, sagte Rohleder. Bei den Proben ebenso wie beim Konzert könne freilich der eine oder andere verrutschen. »Es geht nicht um die Perfrkeiton, sondern um Leidenschaft.«
Und mit ihrer Begeisterung rissen die Sängerinnen am Samstag bei ihrer gelungenen Konzertpremiere auch das Publikum mit, beispielsweise bei »Schuld war nur der Bossa Nova« von Manuela. Dirigent Söllner animierte die Zuhörer, von denen die meisten den »weiten Weg« von Belsen in die Mössinger Kernstadt zurücklegten, sich mit den Nebensitzern persönlich bekannt zu machen. »Vielleicht finden manche dabei sogar die Liebe des Lebens«, so Söllner. Falls das nicht klappte, präsentierte der Chor das Lied »Flower« von Miley Cyrus. Denn man kann sich, so der Tenor, auch selbst Blumen kaufen und alleine glücklich sein. Das Publikum klatschte kräftig mit. Alleine traurig sein, das ging mit Bill Withers »Ain’t No Sunshine«.
Mit tänzerischen Highlights
So standen auch »Sweet Dreams« von Eurythmics und das moderne »Unstoppable« von Sia auf dem Programm. Neben fetzigen Titeln begeisterten ruhige Balladen und gefühlvolle Arrangements. Für tänzerische Highlights sorgten zwei Gruppen des TV Belsen, die mit ihren Auftritten das Programm bereicherten und den Abend mit Dynamik füllten. (stb)

