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Mit Unterstützung vom Land: Pausa-Sanierung in Mössingen schreiten voran

Mit Unterstützung von Bund und Land wurde in Mössingen der ehemalige Werkstatttrakt wiederbelebt, in dem heute das Café Pausa und das Infozentrum Schwäbisches Streuobstparadies Platz haben. Eine neue Sanierungsrunde steht bevor.

In der zweiten Runde der Pausa-Sanierung übernimmt ein Projektentwickler die Bogenhalle und das Verwaltungsgebäude.  FOTO: FÖRDE
In der zweiten Runde der Pausa-Sanierung übernimmt ein Projektentwickler die Bogenhalle und das Verwaltungsgebäude. Foto: Philipp Förder
In der zweiten Runde der Pausa-Sanierung übernimmt ein Projektentwickler die Bogenhalle und das Verwaltungsgebäude.
Foto: Philipp Förder

MÖSSINGEN. Fast wäre Mössingen der Erfolg teuer zu stehen gekommen. Weil die Stadt mit der seit 2006 laufenden Sanierung des Pausa-Geländes einen Überschuss von fast 3,1 Millionen Euro erzielt hat, hätte sie jetzt auf einen Schlag 1,9 Millionen Euro an die Zuschussgeber zurückzahlen müssen. In Verhandlungen hat die Stadt jedoch erreicht, dass es für die Pausa-Sanierung eine zweite Runde gibt, in der die »Schulden« abgearbeitet werden können. Zu tun gibt es schließlich noch genug.

Jetzt wird aber erst mal ein Schlussstrich gezogen und abgerechnet. Mit kräftiger Unterstützung von Bund und Land wurde der ehemalige Werkstatttrakt wiederbelebt, in dem heute das Café Pausa und das Infozentrum Schwäbisches Streuobstparadies Platz haben, sowie die Tonnenhalle, in der die Stadtbücherei, die Diakonie-Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen und der Regionalverband Neckar-Alb untergebracht sind.

Noch ohne konkrete Zahlen

Dafür hat Mössingen gut zwölf Millionen Euro ausgegeben. Dem gegenüber stehen sanierungsbedingte Einnahmen von 15,2 Millionen Euro, vor allem aus Städtebauförderungsmitteln und Verkaufserlösen. Daraus resultiert der Überschuss, der die Stadt nun fast in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hätte.

Stattdessen gibt es nun eine zweite Runde über das Landessanierungsprogramm, in die Mössingen allerdings mit den 3,1 Millionen Euro im Minus startet. Das bedeutet: Bis zu diesem Betrag muss die Stadt Investitionen allein tragen. Erst wenn die Ausgaben höher sind, können wieder Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Geplant ist, dass die Stadt den restlichen Werkstatttrakt und das Kesselhaus saniert, während die großen Brocken wie Bogenhalle und Verwaltungsgebäude einem Projektentwickler überlassen werden.

»Wir kaufen uns damit etwas Zeit. Aber welche Summen stehen da im Raum? Wie viel muss die Stadt einbringen?«, wollte Marc Eisold (FWV) wissen. Beantworten konnte ihm Baubürgermeister Martin Gönner die Frage allerdings nicht: »Wir haben nicht nur die Gebäude unter Denkmalschutz, sondern auch die Stoffe und Entwürfe der Pausa, die nach den Auflagen des Landesdenkmalamts vor Ort aufbewahrt werden müssen. Das Kesselhaus kann diese Schätze aufnehmen. Eine feste finanzielle Größe kann ich nicht nennen, aber ich bin überzeugt, dass wir das mit einem überschaubaren und stemmbaren Betrag hinkriegen.«

Sanierungsgebiet verkleinert

Die neue Sanierungsrunde, die geschätzt acht bis zehn Jahre laufen wird, beginnt am 1. Januar 2026. Zunächst klingt das nach viel Zeit, aber das Land will schon sehen, dass etwas passiert. Das Sanierungsgebiet ist dann verkleinert auf den bisher noch nicht erneuerten Bereich. Darin enthalten sind allerdings auch die Gebäude, die der Projektentwickler übernimmt, damit er durch die mit der Sanierung verbundenen steuerlichen Vorteile wirtschaftlich arbeiten kann. Im Zusammenhang mit dem Abschluss der ersten Sanierungsrunde wird der Löwensteinplatz jetzt als öffentliche Fläche ausgewiesen. Formal war er bisher eine private Fläche der Stadt. Was sich damit ändert? Nicht allzu viel. »Jetzt«, erklärte OB Michael Bulander, »darf man mit dem Fahrrad reinfahren. Vorher war das illegal.« Knöllchen hat die Stadt dafür bisher jedoch nicht verteilt. (GEA)