Logo
Aktuell Kommentar

Mössinger Gymnasiasten vor den Kopf gestoßen

Achtklässler des Quenstedt-Gymnasiums haben sich Gedanken zum Hoeckle-Areal gemacht. Im Gemeinderat würden die Schüler unwürdig abgekanzelt, kommentiert GEA-Redakteur Alexander Thomys.

Bei der Abstimmung zum Hoeckle-Areal hatten die Gymnasiasten den Sitzungssaal bereits verlassen.
Bei der Abstimmung zum Hoeckle-Areal hatten die Gymnasiasten den Sitzungssaal bereits verlassen. Foto: Alexander Thomys
Bei der Abstimmung zum Hoeckle-Areal hatten die Gymnasiasten den Sitzungssaal bereits verlassen.
Foto: Alexander Thomys

MÖSSINGEN. Eigentlich hatte die Ratssitzung im Mössinger Rathaus positiv begonnen. Oberbürgermeister Michael Bulander begrüßte die Achtklässler des Quenstedt-Gymnasiums auf den Zuschauerrängen und freute sich über das lokalpolitische Interesse. Zuvor hatten sich die Schüler eingebracht: mit Hinweisen zum Hoeckle-Areal. Diese Hinweise aber, das erklärte die Sachgebietsleiterin Marietta Rienhardt in ihrem Sachvortrag lapidar, seien zu spät eingereicht worden. Sie könnten daher nicht beachtet werden, sagte Rienhardt und ging nahtlos zum nächsten Thema über. Nur Sekunden später verließen die Schüler - wohl maßlos enttäuscht - den Saal.

Eine vollkommen verständliche Reaktion. Der OB hätte eingreifen müssen - und erklären, dass man den Schülern für ihr Engagement danke und schauen werde, was sich vielleicht doch realisieren lassen würde. Tat Bulander aber nicht. Und bekam prompt Kritik aus dem Gemeinderat zu hören. Kai Buckenmaier (LiSt) fragte, was denn gegen einen Zebrastreifen sprechen würde, den die Schüler angeregt hatten. Und Katharina Matheis (Grüne) kritisierte, dass die Einwendungen der Gymnasiasten »mit einem Halbsatz weggewischt« worden seien. Sie frage sich schon, welches Signal damit erzeugt wurde. Zu Recht. Schade, dass sich aus den konservativeren Ratsfraktionen offenbar niemand an diesem Umgang mit den Schülern störte.

Am Ende der Sitzung sprach OB Bulander in seiner Weihnachtsansprache vom »dürftigen Interesse an der Kommunalpolitik« und wünschte sich im neuen Jahr mehr Besucher in den Sitzungen. Die Gymnasiasten zumindest dürften wohl nicht so schnell wiederkommen. (GEA)