Logo
Aktuell Nachhaltigkeit

Kostenlose Energieberatung in Mössingen

Einmal im Monat können sich Bürger für eine kostenlose Energieberatung im Rathaus anmelden

Energiesparen
Die IG Metall wanrt vor einer Absenkung der Temperatur unter die Mindestgrenze von 20 Grad bei Büroarbeit. Foto: Hauke-Christian Dittrich
Die IG Metall wanrt vor einer Absenkung der Temperatur unter die Mindestgrenze von 20 Grad bei Büroarbeit.
Foto: Hauke-Christian Dittrich

MÖSSINGEN/TÜBINGEN. CO2-Bepreisung, 65-Prozent-Regelung, Heizungstausch – im Dschungel der Energie-Verordnungen und Neuregelungen kann man schnell den Überblick verlieren. Informationen aus dem Internet können nicht stimmen, der Nachbar, der sonst immer gut berät, ohne böse Absicht etwas Falsches sagen. »Halbwissen führt zu Informationsvergiftung«, stellt Daniel Bearzatto, Geschäftsführer der Agentur für Klimaschutz im Kreis Tübingen, fest. Und verspricht Klarheit.

Denn das Thema rund um die Energie ist kompliziert. Wie schon andere Gemeinden im Kreis bietet jetzt auch die Stadt Mössingen ihren Bürgern deshalb einmal im Monat eine kostenlose professionelle Energieberatung im Rathaus an. »Es besteht Unsicherheit in der Bevölkerung«, weiß Tina Schwenk von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Diese finanziert das Projekt mit Geldern vom Wirtschaftsministerium, denn die Agentur für Klimaschutz ist eine gemeinnützige Gesellschaft. »Wir wollen die Bürger gut und transparent über Wärmepumpen, Fotovoltaikanlagen und die aktuelle Gesetzeslage informieren. Dann kann man sich nach dem Gespräch sagen: Ich hab’s verstanden«, erklärt Schwenk.

Agentur verschafft Durchblick

Damit dieser Aha-Effekt auch eintritt, bemühen sich Bearzatto und sein Team, so gut es geht eine Übersicht über das eigene Zuhause zu verschaffen – sei es für Mieter oder Vermieter. Denn: »Jeder Fall ist individuell und muss auch so behandelt werden«, sagt Bearzatto. Die Gebäudehülle unterscheide sich von Haus zu Haus, die Fotovoltaikanlagen arbeiten im Zusammenspiel mit oder ohne Wärmepumpe und je nach Lichteinstrahlung anders, und überall sei die Heizungstechnik unterschiedlich aufgebaut. »Es hat immer auch etwas von Detektivarbeit«, weiß Schwenk und schmunzelt.

Daher ist es über das Angebot im Rathaus hinaus auch häufig sinnvoll, eine Beratung vor Ort durchführen zu lassen. Für Mieter ist die kostenlos und dreht sich primär um Möglichkeiten, Strom und damit Geld einzusparen. Mössingens Oberbürgermeister Michael Bulander hat mit solchen Tipps bereits Erfolge erzielt: »Die Kleinigkeiten summieren sich. Ein Kühlschrank arbeitet zum Beispiel auch mit sieben statt drei Grad ordentlich.«

Für Vermieter liegt der Fall etwas anders. Die Energieberatung im Rathaus ist zwar gratis, aber vor Ort müssen sich Haus- und Wohnungsbesitzer pro Beratungsthema (Gebäudehülle, Fotovoltaik und Heizungstechnik) mit 30 Euro beteiligen. Letztendlich gehe es darum, dass Verbraucher eine gute Entscheidung treffen können, wie Baerzatto hervorhebt. Und den Menschen zu signalisieren: »Ihr werdet nicht allein gelassen.«

Oberbürgermeister Bulander freut sich über das Projekt mit der Agentur für Klimaschutz und der Verbraucherzentrale. »Ich bin dankbar, dass wir so was ausarbeiten konnten, denn die Leute wollen und brauchen diese Beratung.« Der erste Termin Mitte März sei bereits ausgebucht, für den Termin am 19. April gebe es aber noch freie Plätze. In Zukunft werde der Bedarf für Energieberatungen sicher noch weiter steigen. Besonders dann, wenn die ersten Abrechnungen reinflattern. (GEA)

 

07071 567960