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Aktuell Krippenweg

Kirchentellinsfurt zeigt Weihnachtskrippen in allen Facetten

Platz für Maria und Josef ist in der Nussschale ebenso wie im Vorgarten: Was der über zehn Kilometer lange Kirchentellinsfurter Krippenweg alles zu bieten hat.

Eine üppig gestaltete Krippe ist in der Kirchentellinsfurter Apotheke zu sehen.
Eine üppig gestaltete Krippe ist in der Kirchentellinsfurter Apotheke zu sehen. Foto: Irmgard Walderich
Eine üppig gestaltete Krippe ist in der Kirchentellinsfurter Apotheke zu sehen.
Foto: Irmgard Walderich

KIRCHENTELLINSFURT. Das Immobilien-Angebot für Maria und Josef ist winzig klein: Mini-Krippen aller Art sind in der Vitrine an der Kirchentellinsfurter Volksbank ausgestellt. Es ist die Sammlung von Dorothea Graf, die Jahr um Jahr ein Teil des Kirchentellinsfurter Krippenwegs ist. Wer ihn im Gesamten abläuft, ist über zehn Kilometer im Dorf unterwegs. Das muss aber nicht sein. Man kann sich das alles gut in Etappen aufteilen, sagt Ruth Setzler. Vier Vorschläge sind allein auf der Homepage zu finden. Bis 6. Januar sind die Krippen zu sehen.

Seit 2012 gibt es den Weg. Jedes Jahr gibt es etwas Neues zu entdecken. Klein, gläsern und rund kommt die neueste Krippe daher. Zu sehen ist sie am Rathausplatz in der Metzgerei Zeeb.

Lichterglanz für den Ort

»Ein bisschen Lichterglanz in den Ort bringen«, das war die Absicht von Ruth Setzler, die den Krippenweg ins Leben gerufen hatte. Darüber hinaus wollte die GAL-Gemeinderätin etwas anbieten, was Besucher nicht zeitlich unter Druck setzt, sondern je nach individueller Möglichkeit in der Advents- und Weihnachtszeit genossen werden kann. Mit dieser Idee hatte sie von der ersten Stunde an eine Mitstreiterin gefunden: Barbara Krahl war sofort dabei. Jetzt steht die Krippe der Puppenbauerin im Erdgeschoss des Rathauses. Krahl hat die Figuren extra für den Kirchentellinsfurter Krippenweg geschaffen. Jedes Jahr ändert sie die Darstellung ein klein wenig: Dieses Mal bekommt das kleine Jesuskind Blumen überreicht.

Mit 24 Stationen wollte Setzler den Weg starten, mittlerweile sind es über 40 Standorte mit über 50 Krippen. Jeder, der will, kann sich beteiligen. Regelmäßig wird im Herbst ein entsprechender Aufruf im Gemeindeboten veröffentlicht. Von Anfang an habe sie einen begeisterten Zulauf bekommen, erzählt Setzler.

Das Angebot reicht von der winzigen Krippe in der Nussschale oder Streichholzschachtel, bis zu großen Figuren im Vorgarten. Elsbeth Janzen hat zum Beispiel so eine. Mit 90 Jahren habe sie angefangen, ihre Krippe zu zeigen, erzählt die jetzt 95-Jährige. Dabei hatte Janzen ihre Figuren schon seit 30 Jahren. Das Beleuchtungsproblem hat sie ganz einfach und klug gelöst: Sie postiert ihre Figuren aus dem Münsterland unter einer Straßenlaterne an ihrem Haus. Sie freut sich immer, wenn Leute davor stehen bleiben.

Auch in der Billinger Allee bei Familie Reiff stehen große Figuren im Vorgarten. Sie sind komplett selbst gemacht, erzählt Setzler. Ganz ungeschützt stehen sie da. Noch nie sei etwas passiert. Die Menschen schätzen, was sie dort sehen.

Die älteste Teilnehmerin: Elsbeth Janzen hat mit 90 Jahren angefangen, sich am Krippenweg zu beteiligen. Das war vor fünf Jahren
Die älteste Teilnehmerin: Elsbeth Janzen hat mit 90 Jahren angefangen, sich am Krippenweg zu beteiligen. Das war vor fünf Jahren. Foto: Irmgard Walderich
Die älteste Teilnehmerin: Elsbeth Janzen hat mit 90 Jahren angefangen, sich am Krippenweg zu beteiligen. Das war vor fünf Jahren.
Foto: Irmgard Walderich

Im Ladengeschäft ist dagegen die prächtige Krippe der Apotheke zu bewundern. Sie ist mit vielen liebevollen Details ausgestattet. »So schön im Wald waren Maria und Josef noch nie«, sagt Setzler. »Vor dieser Krippe könnte man versinken.« Ganz offensichtlich beliebt ist auch die große Pyramidenkrippe in der Kreissparkasse. Viele kleine Kindernasen wurden an der Scheibe schon plattgedrückt. Das ist dem Glas anzusehen. An ihrem ersten Standort habe die Pyramide mit der Drehung regelmäßig Alarm ausgelöst, erinnert sich die Kirchentellinsfurterin. Jetzt steht sie für alle gut sichtbar in einem Besprechungszimmer. Da kann sie sich nächtelang drehen ohne größere Irritationen auszulösen.

Im Schaufenster des Lebensmittelmarktes Bati lässt sich ebenfalls eine kleine Krippe entdecken. Es freut Setzler besonders, wenn sich Menschen anderer Religionen am Weg beteiligen. Die kleine Darstellung aus dem Erzgebirge zeigt nicht nur die üblichen Beteiligten, sondern auch einen Storch, eine Giraffe und einen Elefanten. »Jeder darf zur Krippe kommen«, interpretiert das die Gemeinderätin.

Klare Sache, dass sie selbst auch von Anfang an dabei war. Ihre große Krippe in der Garage zeigt Figuren und Häuser aus der Provence. Selbst ein kleines Lavendelfeldchen wurde in der Landschaft angelegt. Drei kleine Hocker verhelfen kleinen Beobachtern zu einem guten Blick auf die Szenerie. Quizfragen am Rand sollen das Anschauen noch spannender machen. Und natürlich ist auch bei der Familie Setzler jedes Jahr etwas Neues zu bewundern. Mindestens eine neue Figur käme immer hinzu, sagt die Gemeinderätin. Und wer schon im vergangenen Jahr staunend vor der Landschaft stand, wird die neue Figur vielleicht in diesem Jahr entdecken.

Es ist die erstaunliche Vielfalt der Darstellungen, die den Krippenweg interessant machen. Und es ist eine kleine Entdeckungsreise für jeden, der sich in Kirchentellinsfurt auf den Weg macht. (GEA)