Neuer Spenderausweis für Palmer
Im Mai beschloss der Bundestag, das Transplantationsgesetz zu ändern. Der Bundesrat stimmte am 15. Juni der Entscheidungslösung zu. Danach sollen Krankenversicherte regelmäßig befragt werden, ob sie zur Organspende nach dem Tod bereit sind. Umfragen zufolge fühlen sich aber immer noch rund die Hälfte der Deutschen nicht genügend informiert. Deshalb sei Aufklärung wichtig, sagt die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz. »Wir wollen die Menschen motivieren, sich zu entscheiden.«Oberbürgermeister Boris Palmer bedauert, dass die Widerspruchslösung keine politische Mehrheit gefunden hat. In diesem Fall wäre jeder ein Organspender, wenn er nicht ausdrücklich widerspricht. Sehr wahrscheinlich stünden mit einer solchen Lösung mehr Spendenorgane zur Verfügung. Den Kampagnen-Besuch in Tübingen will Palmer aber zum Anlass nehmen, selbst der Organspende per Ausweis erneut zuzustimmen. Schon vor zwanzig Jahren habe er solch einen Ausweis gehabt. Der sei ihm aber abhandengekommen.
Die Direktorin des BZgA, Professorin Elisabeth Pott, ist mit der Entscheidungslösung sehr zufrieden. Sie ist der Ansicht: »Bei aller Dringlichkeit von Organspenden braucht es eine freiwillige, bewusste Entscheidung.« (GEA)

