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»Jugend trainiert für Olympia«: Landesfinals für Schüler aus der Region ein großes Erlebnis

Landes- und RP-Finals in Bietigheim und Tübingen werden für die Nachwuchssportler zum großen Erlebnis.

Championsjubel beim siegreichen Mixed-Team der Gustav-Werner-Schule in Walddofhäslach.  FOTOS: WALKER
Championsjubel beim siegreichen Mixed-Team der Gustav-Werner-Schule in Walddofhäslach. Foto: Ewald Walker
Championsjubel beim siegreichen Mixed-Team der Gustav-Werner-Schule in Walddofhäslach.
Foto: Ewald Walker

TÜBINGEN. »Jugend trainiert für Olympia ist ein Fest des Schulsports«, sagt Martin Schall, Schulleiter an der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Tübingen. In diesem Schulsportwettbewerb würden die Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen zum Wettkampfgedanken (»Gewinnen und Verlieren lernen«) sowie ein großes Gemeinschaftsgefühl mitnehmen, das es so im Sportunterricht nicht gäbe. »Und es fördert die Identifikation mit der eigenen Schule«, sagt Schall, ehemaliger Bundesliga-Basketballer und als Lehrer und Betreuer bis heute im Schulsportwettbewerb beteiligt.

Rund 2.000 Schüler aus der Region haben allein in der Leichtathletik in Pfullingen, Belsen und Tübingen teilgenommen. 24 Teams hatten sich jetzt für das Finale des Regierungspräsidiums in Tübingen qualifiziert, ganze acht Teams schafften den Sprung ins Landesfinale. 3.200 Teilnehmer in 16 olympischen und paralympischen Sportarten waren in der vergangenen Woche mit einem »Olympia-Sonderzug« vom Stuttgarter Hauptbahnhof nach Bietigheim zum Landesentscheid gefahren. Sie kämpften dort um den Landessieg und die Fahrkarten zum Bundesfinale in Berlin im September.

»Jugend trainiert für Olympia ist ein Fest des Schulsports«

Es schaffte diesmal kein Team aus der Region den Sprung in die Bundeshauptstadt, im einen oder anderen Fall fiel die Entscheidung aber hauchdünn aus. So verpassten die Beach-Volleyballer der GSS erst im Endspiel mit zwei Punkten Rückstand die Fahrkarte nach Berlin. Von den vier GSS-Teams in der Leichtathletik »schrammte« das Mixed-Team im WK IV als Zweite denkbar knapp am Landessieg vorbei. Am Ende fehlten ganze acht Punkte oder fünf Hundertstel im Sprint, um ganz nach oben auf das Podest zu kommen. »Wir sind dennoch sehr stolz auf unser Abschneiden«, kommentierte Lehrerin Isabelle Baumann die starken Ergebnisse ihrer Schützlinge.

Zwei dritte Plätze gab es für die GSS im WK IV Jungen und WK II, Platz neun reichte es für das Mixed-Team. Die Jungen des Graf-Eberhard-Gymnasiums aus Bad Urach landeten im WK II immerhin auf Platz sechs.

»We are the Champions« sangen die zehn Mädels und Jungs der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule Walddorfhäslach bei der Siegehrung, als das Mixed-Team den Siegerpokal in die Höhe reckte und auch ihre Sportlehrer Barbara Jauch und Olaf Fundel überraschte. »Wir haben uns mit Auswahltraining vorbereitet und sind jetzt belohnt worden«, so Jauch. Der Sieg sei ein sportliches Abschiedsgeschenk für den scheidenden Rektor Ralf-Michael Röckel.

300 Schüler und Schülerinnen kämpften in 30 Teams um Pokal und Platzierungen der Besten des Regierungspräsidiums. Nach den Einzeldisziplinen im Sprint, Weitsprung und Ballwurf, bilden am Schluss traditionell die Pendelstaffeln den Höhepunkt. Da kocht die Schülerseele und auch die Lehrer sind nervös. Hier wird gesprintet, angefeuert und gejubelt, wenn der Staffelstab erfolgreich ins Ziel gebracht wird.

Edith Schuster und Johannes Kuhn von der Freien Evangelischen Schule Reutlingen hatten alle Hände voll zu tun, ihre 20 Schüler zu betreuen. »Bei uns hat der Sport einen hohen Stellenwert«, sagt Schuster (27), die aus Augsburg kommend erstmals bei »Jugend trainiert« dabei ist. Die FES ist auch bei anderen Sportevents aktiv: beim Reutlinger Altstadtlauf mit 400 Teilnehmern oder beim Stadtradeln. »Das liegt an zahlreichen sportbegeisterten Lehrern unserer Schule«, weiß die junge Lehrerin, »unserer Schüler sollen im Sport Gemeinschaft erfahren«.

Petra Haas (60) ist in Sachen »Jugend trainiert« ein »alter Hase«. Die Lehrerin an der Gutenbergschule in Riederich betreut seit über 20 Jahren Teams. Als ehemalige Leistungssportlerin ist es ihr ein Anliegen, Kinder zur Leistung zu motivieren. Ihr Team landete bei den Mixed-Teams auf Rang fünf. Derweil rennt ein Mädchen barfuß als 50-Meter-Siegerin ins Ziel. Dritt- und Viertklässler turnen Räder oder Handstände auf dem Rasen oder spielen Frisbee. Das RP-Finale ist auch ein Bewegungsgarten.

»Ich denke, wir haben die Premiere in Tübingen gut hingekriegt«

Jährlich nehmen bundesweit rund 800.000 Schülerinnen und Schüler bei "Jugend trainiert für Olympia und Paralympics" teil, davon 120.000 in 11.500 Teams landesweit. Sven Kaiser hat als RP-Beauftragter zusammen mit Isabelle Baumann und deren Tochter Jacki Haller den Übergang vom Kreisfinale in Pliezhausen nach Tübingen mit großem Einsatz gemanaged. Auch wenn manche Schüler und Lehrer der Großveranstaltung am Schönbuchrand hinterhertrauern. »Ich denke, wir haben die Premiere in Tübingen gut hingekriegt«, sagt Organisator Kaiser, "eine Fortsetzung dürfte im kommenden Jahr folgen." (GEA)

 

RP-FINALE

Ergebnisse RP-Finale Tübingen (Grundschulen): Jungen: 1. Freie Evangelische Schule Reutlingen; 2. Dorfackerschule Lustnau; 3. Frank-Schulzentrum Ostrachtal. Mädchen: 1. Freie Evangelische Schule Reutlingen; 2. Berger Höhe-Schule Wangen; 3. Dorfackerschule Lustnau. Mixed-Teams: 1. Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule Walddorfhäslach; 2. Graf Eberhard-Schule Kirchentellinsfurt; 3. Schlossschule Pfullingen. (GEA)