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Aktuell Swing-Konzert

Heros-Band feiert 40 Jahre Bestehen mit Konzert auf dem Ofterdinger Kirchplatz

Die Swingformation gründete sich 1985 mit Musikern, die allesamt Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) waren. Von Beginn an bis heute probte die Band im THW-Haus in Ofterdingen.

40 Jahre Heros-Band (von links): Günter Krahl, Jutta Göhner, Carsten Göhner, Wolfgang Neichel, Christian Strauß und Matthias Bet
40 Jahre Heros-Band (von links): Günter Krahl, Jutta Göhner, Carsten Göhner, Wolfgang Neichel, Christian Strauß und Matthias Betz in ihrem Proberaum im Ofterdinger THW-Gebäude. Foto: Foto: Michael Sturm
40 Jahre Heros-Band (von links): Günter Krahl, Jutta Göhner, Carsten Göhner, Wolfgang Neichel, Christian Strauß und Matthias Betz in ihrem Proberaum im Ofterdinger THW-Gebäude.
Foto: Foto: Michael Sturm

OFTERDINGEN. Die Bundeswehr hat eine Big Band. Die Polizei hat ein Orchester. Und das Technische Hilfswerk hierzulande? Das THW hat die Heros-Band, benannt nach dem gleichnamigen Funkruf der Organisation. Vor 40 Jahren wurde die auf Swing-Musik spezialisierte Gruppe in Ofterdingen gegründet, wo sie noch heute probt. Die aktuellen Mitglieder feiern am Wochenende ein Fest, mit einem rund 20 Titel umfassenden Auftritt.

Diese Lieder repräsentieren die Bandgeschichte: Bereits 1985 standen das lässige Swing-Stück »Tuxedo Junction« und das schmissige »Opus One« mit seinen messerscharfen Bläsereinwürfen im Programm der gerade gegründeten Heros-Band. Schlagzeuger Wolfgang Neichel, letzter Mohikaner der Gründungstruppe, erinnert sich noch gut an die Reaktion des damaligen Ofterdinger Ortsgruppenleiters Frieder Wieland, als die Idee einer THW-Band an ihn heran getragen wurde: »Ich will damit nichts zu tun haben. Gründet Euch!«

Der Swing ist ihr Ding

Seitdem sind rund 20 Musiker durch die Reihen gegangen. 1991 erfolgte die erste größere Rotation. Damals stieß der Tübinger Matthias Betz am E-Piano hinzu: »Ich war gerade mit dem Zivildienst fertig. Ab da hatten wir eine für ein paar Jahre stabile Combo-Besetzung.« Das heißt: Eine vierköpfige Rhythmusgruppe und fünf Bläser, zwei Trompeten, zwei Saxofone, eine Posaune. Zum 40-jährigen wünscht sich die aktuelle Besetzung, es möge bald wieder eine Posaune hinzukommen. Die Klangfarbe fehlt schon lange. Betz: »Die Glenn-Miller-Stücke sind weniger geworden.«

Die heutigen Mitglieder spielen seit sechs Jahren in unveränderter Formation. Neben Neichel und Betz sind dies E-Bassist Christian Strauß aus Bondorf, seit 2018 dabei, der Mössinger Günter Krahl am Alt-Saxofon (Neuzugang im Jahr 1999) sowie die Jettenburgerin Jutta Göhner (Tenorsaxofon), die 2019 dazustieß und ihren Mann Carsten (Trompete) gleich mitbrachte. Zuvor, etwa seit 2010, setzte sich der Bläsersatz aus drei Saxofonen zusammen.

Seit sechs Jahren in unveränderter Formation

Damals hatten sie noch ihren langjährigen genialen Arrangeur Klaus Reinhardt dabei. Er spielte alle Saxofone, vom Sopran bis zum Bariton. Selbst Schlager wie der »Kriminal-Tango« oder »Quando Quando« wurden zu federnden Swing-Stücken. »Die Arrangements mussten auch in kompakter Besetzung gut klingen«, erinnert sich Günter Krahl. Damit machte sich die Heros-Band überregional einen Namen. Anfang der 2000er spielte die Formation in der SWR-Sendung »Morgenläuten«, mit dem mittlerweile verstorbenen Altenburger Jazz-Urgestein Bernd Baist an der Trompete. Betz schwärmt noch heute: »Ein brillanter Solist!«

Die Heros-Band spielte bei großen Ereignissen ihrer Organisation. Bei der 50-Jahr-Feier des THW trat die Band in Berlin, vor dem Roten Rathaus auf. Ob bei der Bundesgartenschau, bei der Einweihung der THW-Unterkünfte in Ruit vor drei Wochen oder, vor ein paar Monaten, beim Führungskräfte-Treffen des THW in Wart im Schwarzwald: »Da passen wir rein. Swing bringt immer ein festliches Ambiente mit sich. Wir haben auch schon bei Hochzeiten gespielt«, sagt Bassist Christian Strauß. Und: »Wir sind bundesweit abrufbar.«

Die Posaune als Klangfarbe hätten sie gerne wieder dabei

Strauß hat die kurioseste Geschichte als Musiker der Heros-Band: »Meine Frau machte ein Praktikum bei Günter Krahl. Er sagte, er braucht einen Bassisten.« Strauß beherrschte damals mehrere Instrumente. Der E-Bass war damals noch nicht darunter. Krahl grinst: »Mittlerweile klappt es ordentlich.« Mitglied in dieser Band zu sein, erfordere »eine Mischung aus Selbstbestimmtheit und Anpassungsfähigkeit«, wirft Jutta Göhner ein. Von den Bläsern wird verlangt, druckvoll im Satz und sein und gleichermaßen solistisch zu improvisieren.

Für das Konzert zum 40-jährigen Bestehen der Band am Sonntag um 18 Uhr auf dem Ofterdinger Kirchplatz durchforsteten die Musiker ihre Liste an über 120 aktiv spielbaren Titeln und wählten die gängigsten Stücke. Das Konzert am Samstag soll eine Gelegenheit für Freunde und die Familie sein, die Band zu hören. »Einige ehemalige Musiker der Band werden kommen«, sagt Günter Krahl. Und es soll ein Dankeschön an das THW sein, in dessen Ofterdinger Räumen die Band von Beginn an probt. Es gebe Flammkuchen und guten Wein. Alles ist angerichtet für ein richtig schönes Fest. (GEA)