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Großes gemütliches Nachbarschaftstreffen in Mössingen

Zum 15. Mal wieder ein gut besuchtes Dorffest der Belsener Vereinsgemeinschaft mitten im Ortskern.

Vereinssprecher Timo Müller schiebt Krüge nach, Tobias Fischer zapft und OB Michael Bulander verteilt Freibier. FOTO: MEYER
Vereinssprecher Timo Müller schiebt Krüge nach, Tobias Fischer zapft und OB Michael Bulander verteilt Freibier. FOTO: MEYER
Vereinssprecher Timo Müller schiebt Krüge nach, Tobias Fischer zapft und OB Michael Bulander verteilt Freibier. FOTO: MEYER

MÖSSINGEN-BELSEN. Immerhin. Der Aufbau der Feststände verlief unter dicht verhangenem Himmel gänzlich im Trockenen. Skeptische Blicke dann am Samstagabend gegen 18 Uhr, als die Böllergruppe des Schützenvereins Mössingen Aufstellung in der Belsener Festmeile nahm. Würden die Detonationen der 24 folgenden Schwarzpulver-Explosionen vielleicht die dunklen Wolken zum Abregnen bringen? Doch die überdimensionalen Handböller bescherten der beeindruckenden 200-köpfigen Festgesellschaft, die zur Eröffnung des anderthalbtägigen Dorffestes in der Bernhard-Schlegel-Straße zusammengekommen war, nur ohrenbetäubenden Lärm.

Vorerst. Ganze 90 Minuten später wurde der Wunschtraum der sechs Belsener Vereine, ihren Besuchern eine laue Sommernacht auf lauschigen Bierbänken zu bieten, brutal zunichtegemacht: Regen – und damit fluchtartig verlassene Sitzbänke; die wenigen Zelte – voll besetzt. Es hatte ja so gut angefangen. Die Böllertruppe gab vor, das Schießen habe seine traditionellen Wurzeln im Vertreiben von bösen Geistern und der Ankündigung von besseren Zeiten. Darüber hinaus wird zum Ehrensalut geschossen. Damit konnten nur OB Michael Bulander und Brauereichef Tobias Fischer gemeint gewesen sein.

Da gibts was auf die Ohren: Bollerschüsse zum Belsener Dorffest-Auftakt. FOTO: MEYER
Da gibts was auf die Ohren: Bollerschüsse zum Belsener Dorffest-Auftakt. FOTO: MEYER
Da gibts was auf die Ohren: Bollerschüsse zum Belsener Dorffest-Auftakt. FOTO: MEYER

Ersterer brachte viele lobende Worte mit, war begeistert vom Besucherauflauf und rühmte die Zusammengehörigkeit der Ehrenamtlichen. »Alles fließt in eine Kasse und wird gleichmäßig verteilt. Wenn ein Verein etwas weniger eingenommen hat, gleichen die anderen das aus.« Lob ist eine wunderbare Speise, sagt ein altes Belsener Sprichwort, »sie macht aber nicht lange satt.« Weswegen sich schnell und fast ungeduldig eine Warteschlange vor dem Freibierfässchen bildete. Vereinssprecher Timo Müller schob eifrig Krüge nach. Auch er hatte eine Dankesrede gehalten, dafür, dass die vor 33 Jahren gegründete Vereinsgemeinschaft nun zum 15. Mal - im Zweijahresrhythmus - das große Fest stemmte. Und dafür, dass die Anwohner ihre Hofeinfahrten für Zelte und Sitzgelegenheiten freigeräumt hatten.

Vollbesetzte Höfe beim Dorffest in Belsen. FOTO: MEYER
Vollbesetzte Höfe beim Dorffest in Belsen. Foto: Jürgen Meyer
Vollbesetzte Höfe beim Dorffest in Belsen.
Foto: Jürgen Meyer

Auf das Fest hatten viele Belsener sehnsüchtig gewartet. Im Dorf sind fast alle Begegnungsstätten des Alltags verschwunden: Zuletzt hatte der Bäcker geschlossen, davor hatten die beiden Banken ihre Filialen dichtgemacht, der Metzger war verschwunden, die Post sowieso. Endlich Zeit und Raum für Wiedersehen und Schwätzchen. Erstmals mit dabei: Ein Stand des neu gegründeten Frauenchors Bel’Achord, der die Speisekarte um Süßigkeiten aus dem Waffeleisen bereicherte.

Der Sonntag startete vielversprechend. Und schon kurz nach Ende des Gottesdienstes gab es lange Warteschlangen an den Ausgabestellen der leckeren Gerichte und erfrischenden Getränke. Alle Sitzplätze waren am Nachmittag belegt. Das Rahmenprogramm war gewollt bescheiden gehalten: Eine Spielstraße und eine kurzweilige Feuerwehr-Schauübung gab es beim großen Nachbarn- und Ehemaligen-Treffen. Zwischen dem dörflich-familiären Informationsaustausch sorgten die Tanzgruppen des TVB für Unterhaltung. (GEA)