GOMARINGEN. Das wärmt nicht nur dem Schwaben das Herz: Der neue Mittagstisch für Senioren in Gomaringen ist mit einem Klassiker der süddeutschen Küche gestartet. Zum Premieren-Sektchen - natürlich alkoholfrei, schließlich will man noch den Nachmittag gut überstehen - wurden die Hungrigen mit Kartoffelsalat, Kohlsalat und Maultaschen in der Brüh' verköstigt. Den ersten Termin hatten zwölf Bürger besucht, gegessen wurde gemeinsam im Vereinsraum des gemeindeeigenen Schlosses.
»Für den Anfang ist das optimal«, erklärte Stockachs Ortsvorsteherin Christa Stöhr, die sich als eine von insgesamt sechs Ehrenamtlichen für den Mittagstisch engagiert. Getroffen haben sich die Frauen bereits um 10 Uhr, haben liebevoll die Tische eingedeckt und das Essen vorbereitet. Damit beim Auftakt alles glattläuft - mit dem Gastro-Ofen in der Schlossküche haben die Frauen noch nicht viel Erfahrung gesammelt - wurden die Maultaschen von der Metzgerei Schneider geliefert.
Zweimal im Monat wollen sich die Versorgerinnen in Zukunft selbst an den Herd stellen. Auf dem Speiseplan steht dafür »ehrliche Hausmannskost«. Heißt: Maultaschen, Linsen mit Spätzle und Fleischküchle. Dazu wird eine Beilage gereicht und auch für einen süßen Abschluss ist gesorgt. Für die weiteren zwei Termine gibt's Hilfe von außerhalb der Schlossmauern: Einmal schwingen die Mitarbeiter vom Sportheim Gomaringen den Kochlöffel und kredenzen Gyros oder Moussaka, und ein weiteres Mal wird das Angebot von einer Ernährungsberaterin im Auftrag des Landkreises Tübingen bereichert.
Projekt wird staatlich gefördert
Dabei steht das gemeinsame Kochen im Fokus: Zusammen mit den Teilnehmern des Mittagstisches wird ein vegetarisches Menü zubereitet und mit wertvollen Tipps für eine gesunde und individuelle Ernährung gespickt.
»Es geht uns auch darum, nachhaltig und regional zu wirtschaften«, sagte Ellen Noetzel, die mit im Vorstands des Vereins »Gut leben im Alter« sitzt und den Mittagstisch koordiniert. Auch der Vereinsraum sei perfekt: »Wir sind hier im Schloss gut positioniert und stützen damit auch die Ortsmitte.« Die gut ausgestattete Küche tue ihr Übriges.
Finanziert wird das 20.000 Euro schwere Projekt größtenteils durch Fördermittel. 15.000 Euro kommen von den Pflegekassen im Rahmen der Unterstützungsangebote für ältere Menschen (USTA), 3.750 Euro kommen zusätzlich vom Land und dem Kreis. Mit den verbleibenden 1.250 Euro ist der Eigenanteil der Gemeinde gering. »Das ist aber kein extra Posten im Haushalt«, so Noetzel. Der Beitrag sei beispielsweise durch Personalkosten gedeckt, die bereits von Seiten der Gemeinde in die Vorbereitungen und Koordinierung geflossen sind.
Wer den Mittagstisch - immer dienstags zwischen 12 und 14 Uhr - in Zukunft besuchen möchte, möge sich bis zum Freitag der Vorwoche zwischen 10 und 12 Uhr bei Noetzel anmelden. Das Mahl kostet zehn Euro. »Und bitte bringt Tupperdosen mit, damit auch ja nichts übrig bleibt«, sagte Noetzel zu den satten und glücklichen Gästen. (GEA)
0174 6919404
https://www.seniorinnen-gomaringen.de/gemeinsamer-mittagstisch

