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Gomaringer Kreative zeigen »Die kleinen Dinge« im Schloss

Die Gomaringer Kreativen sind eine äußerst produktive lokale Künstlergruppe. Ihre zweite Ausstellung im Jahr wurde nun im Schloss eröffnet.

Farbenfroh: Die Jahresausstellung der Kreativen im Gomaringer Schloss
Farbenfroh: Die Jahresausstellung der Kreativen im Gomaringer Schloss Foto: Claudia Jochen
Farbenfroh: Die Jahresausstellung der Kreativen im Gomaringer Schloss
Foto: Claudia Jochen

GOMARINGEN. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen. So sehen es jedenfalls die 13 Gomaringer Künstler und Künstlerinnen, die heuer ihre Jahresausstellung im 43. Jahr nach diesem Motto im Schloss gestaltet haben. Seit 2023 haben die kreativen Köpfe zwei Ausstellungen pro Jahr, im Sommer zeigen sie ihre Kunst im Rathaus. Voll des Lobes war nicht nur Bürgermeister Steffen Hess über die aktuelle Ausstellung im Schloss: »Es sind meist die kleinen Dinge am Wegesrand, die mehr beeindrucken als große Schlagzeilen, die unscheinbaren Kostbarkeiten, die uns den Alltag bewusster wahrnehmen lassen«, sagte er bei der Vernissage am Donnerstagabend. Zu sehen sei dies in Gomaringen im täglichen Miteinander: ein freundliches Lächeln oder eine helfende Hand, die das Leben vor Ort lebenswerter machen. Und dazu gehört auch die kleine Künstlerkolonie.

Die einzelnen Werke der Ausstellung sind im Gesamtzusammenhang sorgfältig kuratiert. Die Künstler haben in handwerklicher Präzision ihre kreativen Ideen in der Malerei, der Fotografie oder in einer Klanginstallation verwirklicht. Drei jungen Musikerinnen spielten bei der Vernissage: Sarah Engel, Hannah Kachel und Ronja Schreibauer erheiterten das Publikum mit ihrer Imitation von Vogelgezwitscher. Bei aller Freude während der Eröffnung gab es auch Anlass zur Trauer: Martin Adler bat um einen Moment des Schweigens für das Gomaringer Kreativen-Mitglied Eugen Vollmer, der im Sommer verstarb. Unsterblich hat er sich jedoch mit dem Rednerpult im Schloss gemacht, das aus seiner Hand stammt.

Hundert Jahre alte Drehklingel

Am Anfang wirkte es noch etwas irritierend, wenn alle paar Minuten ein glockenhelles Klingeln durch die Räume schallt, so als ob im Theater die Pausenglocke mahnt, wieder die Plätze einzunehmen. Eine über hundert Jahre alte Drehklingel aus der Alteburgstraße 21 durfte Künstlerin Henriette Striegler für ihre Installation »Wer hier klingelt, hat das Leben verstanden« leihweise von der Haustür abmontieren. Ein beigefügter QR-Code lässt einen kleinen Dialog anhören, über Drehen, Glück, Vernunft und Versuchung. Und am Abend wurde fleißig gedreht, geklingelt und gefreut an den kleinen, feinen Dingen.

Mit Passepartouts gewappnet, erforschten die Gäste Fantasiewelten: zwei gemeinsame Werke von Birgit Walliser-Nuber und Sieglinde Rilling. Äußerst detailgetreue und zarte Malerei steuerten die beiden jungen Frauen Feliciana Wolff und Franziska Glaser zur Ausstellung bei. Glaser hatte der Malerin Livia Scholz-Breznay bereits im Alter von sieben Jahren eröffnet: »Ich werde Künstlerin.« Diese schulte deren Hand und Auge. Mittlerweile hat Glaser ihr Kunststudium in Stuttgart fast fertig. Aber nicht nur als Lehrerin fungierte Scholz-Breznay. Ganze sieben Werke stellt sie heuer aus, jedes einzelne ist auf seine Weise traumhaft schön: der Fisch aus Mosaiksteinchen, der selige Moment im »Kerzenschein« oder das »Vogelgezwitscher«, das ganz plötzlich auf der Mischpalette entstand.

Zwei Ausstellungen im Jahr seit 2023

Dass die Kreativen jährlich zwei Orte mit ihren Kunstwerken bespielen, hat seinen Grund: Die Gänge im Rathaus bieten zwar große Flächen und helle Räume, allerdings keine Möglichkeit für eine zusammenhängende Gesamtschau mit durchdachten Sichtachsen. Das ist nur im Schloss möglich. Deshalb haben sich die Kreativen für zwei Vernissagen im Jahr entscheiden. Und die sind auch wirklich nötig, denn die kleine Künstlerkolonie in Gomaringen ist in ihrem Ideenreichtum kaum zu toppen. Die Ausstellung ist noch am Samstag von 15 bis 17 Uhr und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Außerdem am Weihnachtsmarktwochenende. (GEA)