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Gomaringer Feuerwehr kommt in der MEFA-Halle unter

Die Sanierung des Gomaringer Feuerwehr-Gebäudes steht an und mittlerweile ist eine Zwischenlösung zur Unterbringung der Mannschaft gefunden: die MEFA-Halle an der Tübinger Straße. Doch nicht alle können die Entscheidung gänzlich nachvollziehen.

Die Kameraden von der Gomaringer Feuerwehr kommen während der Modernisierung ihrer alten Wache in der MEFA-Halle unter.
Die Kameraden von der Gomaringer Feuerwehr kommen während der Modernisierung ihrer alten Wache in der MEFA-Halle unter. Foto: Paul Runge
Die Kameraden von der Gomaringer Feuerwehr kommen während der Modernisierung ihrer alten Wache in der MEFA-Halle unter.
Foto: Paul Runge

GOMARINGEN. Gomaringens Bürgermeister Steffen Heß hatte es bei der diesjährigen Bürgerversammlung schon durchblicken lassen: Eine Zwischenlösung für die Unterbringung der Feuerwehr ist gefunden. In Zukunft wird die Mannschaft im Brandfall aus dem alten MEFA-Gebäude an der Tübinger Straße ausrücken - wenn die Halle entsprechend ertüchtigt ist. Seit der Gemeinderat im vergangenen Jahr eine förderungsfähige Variante zur Sanierung des alten Feuerwehrgebäudes abgesegnet hatte - Kostenpunkt rund 7,7 Millionen Euro - war nach einer möglichst günstigen, befristeten Bleibe gesucht worden, von wo aus die Männer und Frauen in dieser Zeit ausrücken könnten. Für die Zeit der Unterbringung - immerhin sind 27 Monate geplant - kostet das die Gemeinde knapp 170.000 Euro. Das sind rund 10.000 Euro mehr als einer ersten, groben Schätzung im Dezember noch angenommen.

Dabei war die Nutzung eines Bestandgebäudes indes nicht die einzige Option, die von der Verwaltung geprüft wurde. Wie aus dem Antwortschreiben auf eine schriftlichen Anfrage von SPD-Gemeinderat Maximilian Föll hervorgeht, der um eine Zusammenstellung der vorausgegangenen Kalkulationen gebeten hatte, wurden zwei Möglichkeiten geprüft und wieder verworfen: eine Container-Lösung am Feuerwehrhaus und eine mögliche Zelthalle auf dem Parkplatz der Sport- und Kulturhalle. »Wir sollten auf Beschluss des Gemeinderats die wirtschaftlichste und beste Lösung erarbeiten und dem sind wir mündig nachgegangen«, erklärt Bürgermeister Heß mit Blick auf das MEFA-Gebäude - weshalb die Containerlösung mit geschätzten Mehrkosten von beinahe 50 Prozent schnell aus dem Rennen geflogen war.

Hallen-Variante zehn Prozent teurer

Föll kritisiert nun allerdings, dass die Varianten nicht nochmals im Gemeinderat diskutiert wurden. Rechtlich - der Beschluss des Gemeinderats wurde schließlich korrekt umgesetzt - könne man der Verwaltung keinen Vorwurf machen. Die Ertüchtigung der Halle in Form eines elektrischen Tores, das eingebaut werden muss, eine mögliche Zufahrt zur Tübinger Straße und die Miete seien allerdings »teilweise tote Investitionen«. Heißt: Nach Abzug der Feuerwehr sei das Geld zwar ausgegeben, aber man habe als Gemeinde davon nichts mehr. Interessanter sei hingegen die Variante der Traglufthalle - »die könnte man später für was andere verwenden oder wieder verkaufen«, so Föll. Zudem sei diese Option laut Kostenschätzungen nur zehn Prozent teurer als die ausgebaute Halle entlang der Daimlerstraße.

Groß muss es sein: Für das elektrische Tor ist das Loch in der Hallenwand bereits ausgehoben.
Groß muss es sein: Für das elektrische Tor ist das Loch in der Hallenwand bereits ausgehoben. Foto: Paul Runge
Groß muss es sein: Für das elektrische Tor ist das Loch in der Hallenwand bereits ausgehoben.
Foto: Paul Runge

Doch für die Verwaltung überwiegen die Nachteile. »Das Problem ist, dass eine Zelthalle den ganzen Parkplatz blockieren würde«, argumentiert Heß. Erschwerend kommt hinzu: »Alle Kameraden müssen durchs Wohngebiet.« Und das schnell - viel zu gefährlich mit zwei Kindergärten und einem Jugenzentrum auf dem Weg, vom Betrieb der Festhalle und lauten Martinshörnern ganz zu schweigen. Mit dem MEFA-Gebäude habe man die »bestmögliche Lösung in Abstimmung mit der Feuerwehr hinbekommen«, ist sich Gomaringens Schultes sicher. Momentan werde die Elektrik verlegt, zudem werden Sanitätscontainer und Umkleideräume eingerichtet. »Die Feuerwehrmänner können direkt vor der Halle parken und über die Rampe rein ins Gebäude.« Durch die Lage und einer potenziellen Zufahrt in die Tübinger Straße könne der Begegnungsverkehr im Gewerbegebiet elegant umgangen werden. Und es sei schlicht die günstigste Lösung.

Transparenz gewünscht

Dass die Anfrage der SPD-Fraktion im April dieses Jahres kam - Monate, nachdem der Beschluss des Gemeinderats zur wirtschaftlichsten Variante bereits gefallen war - ärgert den Bürgermeister. »Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich finde es toll, wie das geklappt hat.« Man habe die Entscheidung praktikabel und nach Beschluss des Gremiums umgesetzt. Föll bemängelt indes, dass die weitere Diskussion am Gemeinderat vorbei ging und wünscht sich Transparenz. »Ich hätte es gerne gehabt, wenn man miteinander ins Gespräch kommt«, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Für die Verwaltung ist das Thema schon länger gegessen. Bürgermeister Heß schrieb in seiner Antwort auf die Anfrage: »Da in den Sitzungen keine Rückfrage mehr kam und ich auch aus der Bevölkerung keine Rückmeldungen oder Fragestellungen zu dieser Thematik erhalten habe, war das Thema für die Verwaltung abgearbeitet.« Im Juli soll bereits eine erste Begehung der Halle möglich sein. (GEA)

Eine Zufahrt zur Tübinger Straße müsste noch hergestellt werden.
Eine Zufahrt zur Tübinger Straße müsste noch hergestellt werden. Foto: Paul Runge
Eine Zufahrt zur Tübinger Straße müsste noch hergestellt werden.
Foto: Paul Runge