GOMARINGEN. Die Kulturhalle platzte beinahe aus allen Nähten, über 300 Fans der Pop und Swing Concert Band des Musikvereins Gomaringen wollten in den Genuss der französischen Chansons und Evergreens kommen, die das Orchester unter der Leitung von Eberhard »Ebu« Budziat vorbereitet hatte. Conferencier Klaus-Dieter »KD« Mayer lotste unterhaltsam durchs wohl durchdachte Programm, zwei Stunden vergingen dabei wie im Fluge, in der Pause gab es kostenlose Getränke und Amuse-Gueules fürs frankophile Publikum.
Seit November getüftelt
Den rundum gelungenen Abend hatten zahlreiche Hände hinter den Kulissen vorbereitet, denen der tosende Applaus am Ende des Abends mindestens genauso galt, wie den Akteuren auf der Bühne. Seit November vergangenen Jahres habe man am Programm getüftelt, verriet Vereinsvorstand Bernd Föll, auch die Freunde aus der Partnerstadt Arcis-sur-Aube ließen ein Grußwort durch Georg Löffler verlesen, in welchem »les amis« versichern, »nous sommes très proches chez vous ce soir« (wir sind heute Abend nah bei euch). Unter dem Titel »Ganz Paris träumt von der Liebe« ließ sich der französische Einfluß auf Gomaringen beim Lied »Oh, Champs Elysées« nicht verheimlichen und das Publikum sang fröhlich mit: »Go-maringa isch schee«.
Voller Wehmut erinnerte Klaus-Dieter Mayer in den Moderationen an die eigene Jugend bei Klängen wie »Paroles Paroles«, »Sous le ciel de Paris« oder von Edith Piaf »Milord« und »Non Je Ne Regrette Rien«.
Die glockenhell singenden Solistinnen Lilian Wetter, Greta Brandmaier und Franziska Kaupp nebst ihrer Gesangslehrerin Isabelle Bläumann ließen dementsprechend nicht nur den Conferencier wehmutsvoll zurückblicken, auch das Publikum schwelgte im Paradies der Erinnerung: Die erste unglückliche Liebe »La Maladie d'Amour« sei nur dann am schlimmsten, wenn man davon geheilt würde, erklärte KD und das Publikum seufzte merklich.
Den Alltag besingen
Kurzweilige Anekdoten und Geschichten zu den Liedern, die teils auf englisch gesungen wurden, rundeten das Programm – auch mit modernen Chansons von ZAZ – ab. Bei der Zugabe erfuhr das Publikum, dass der berühmte Sinatra-Song »My Way« eigentlich aus dem Französischen kommt und gerade nicht die eigene Großartigkeit, sondern den Alltag besingt: »Comme d'Habitude«. (GEA)

