Logo
Aktuell Wald

Erfolgreiches Forstjahr in Kirchentellinsfurt

Entspannung im Kirchentellinsfurter Wald: Revierförster Michael Warias berichtete im Gemeinderat von guten Holzpreisen und einem nicht zu heißen Sommer.

Wie man mit Pferden Holz erntet, konnten die Kirchentellinsfurter beim Waldumgang im April erleben.
Wie man mit Pferden Holz erntet, konnten die Kirchentellinsfurter beim Waldumgang im April erleben. Foto: Irmgard Walderich
Wie man mit Pferden Holz erntet, konnten die Kirchentellinsfurter beim Waldumgang im April erleben.
Foto: Irmgard Walderich

KIRCHENTELLINSFURT. Gute Nachrichten aus dem Kirchentellinsfurter Wald. Der Plan des Revierförsters ging auf: Genau zum richtigen Zeitpunkt sei in diesem Jahr das Holz geerntet worden, berichtet Michael Warias im Gemeinderat. Insgesamt sieben Lastwagen beladen jeweils mit rund 30 Festmeter Holz verließen den Wald. Innerhalb von drei Wochen sei alles vermarktet gewesen. 110 bis 120 Euro pro Festmeter werde derzeit für das Nadelholz bezahlt, bestätigt Verena Strasdeit von der Forstbehörde des Landratsamts. Dazu habe der nicht ganz so heiße Sommer dem Wald gut getan. Holz, das von Käfern oder Unwettern geschädigt wurde, sei deshalb kaum angefallen.

Der Förster hat die Gunst des guten Holzpreises genutzt und in diesem Jahr deutlich mehr geerntet als ursprünglich vorgesehen. Rund 1.150 Festmeter waren es, geplant waren eigentlich 645 Festmeter. Eingenommen wurden dabei rund 73.000 Euro. Im kommenden Jahr wird der Einschlag sehr viel geringer ausfallen: Nur noch 480 Festmeter stehen im Plan.

Ausgeglichener Forsthaushalt

Wer viel erntet, hat auch größere Ausgaben. Allein 45.000 Euro mussten für den Holzeinschlag bezahlt werden. Die Gesamtausgaben für den Forst liegen in diesem Jahr bei rund 81.000 Euro. Damit schließt der Forst-Haushalt in Kirchentellinsfurt in diesem Jahr mit einem leichten Minus von rund 8.000 Euro. Auch das wird sich im kommenden Jahr ändern: Laut Plan rechnet der Förster dann mit einem Überschuss von 1.500 Euro. Damit sei der Forsthaushalt ausgeglichen.

Es wurde aber nicht nur geerntet, sondern auch gepflanzt. Darunter war auch eine Aktion mit Schülern des Kusterdinger Firstwald-Gymnasiums. Zusammen mit Förster und Waldarbeiter gruben sie insgesamt 500 Spitzahorne und Roteichen ein. Zahlreiche Helfer kamen auch zur Landschaftspflegeaktion des Naturparks Schönbuch, erinnert Warias. Zwei Tümpel und ein Bachlauf seien dabei freigestellt, ein Hirschkäfermeiler gebaut und das Waldinfosystem auf Hochglanz poliert worden. Alles Arbeiten, für die im alltäglichen Forstbetrieb keine Zeit bliebe, so Warias.

Ziegenbeweidung auf der Mühlhalde

Im kommenden Jahr seien dann weitere Kultursicherungen im Bereich Mahden und beim Wasserkraftwerk geplant, berichtet der Revierförster. Auch über die Zukunft der Mühlhalde hat sich Warias Gedanken gemacht. Der Waldstreifen zwischen oberer und unterer Bebauung im Ort sei äußerst schwer zu bewirtschaften. Warias könnte sich an dieser Stelle einen sehr lichten Wald mit Strauchwerk und Gras vorstellen. Es wäre eine Rückkehr zu früheren Zeiten. Schließlich war die Mühlhalde früher deutlich lichter. Um das zu erreichen, denkt der Förster an Ziegenbeweidung. Bisher ist das noch eine Idee. Einen passenden Ziegenhalter habe er noch nicht gefunden, beantwortet er eine entsprechende Frage von CDU-Gemeinderat Peter Beckert. Für Vorschläge sei er aber offen. (GEA)