GOMARINGEN. Die Gomaringer Bürgerstiftung ist im »Elektro-Zeitalter« angekommen, wie es Vorstand Johannes Rothmund bei der offiziellen Übergabe des neuen Bürgermobils an die Öffentlichkeit formulierte. Denn seit vergangener Woche sind die ehrenamtlichen Fahrer mit einem vollelektrischen Opel Zafira unterwegs und bringen die Bürger, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, von A nach B.
»Damit bringen wir für die Menschen in Gomaringen auch ein Stück Mobilität zurück«, sagte Rothmund bei strahlendem Sonnenschein vor dem Rathaus. Das gelte nicht nur für Arztbesuche und den obligatorischen Wocheneinkauf, sondern ermögliche zudem die Teilhabe am sozialen Leben in der Wiesaz-Gemeinde.
Doch nicht nur der neue Wagen stand an diesem Mittwochmorgen im Fokus der kleinen Feier. Seit nunmehr zehn Jahren sind mittlerweile 15 ehrenamtliche Fahrer und drei Tourenplanerinnen für die Bürgerstiftung im Einsatz, die von Bürgermeister Steffen Heß im Namen der Gemeinde und von Johannes Rothmund als Stiftungsvorstand geehrt wurden. »Insgesamt haben wir eine Strecke von gut 100.000 Kilometern zurückgelegt«, erklärte Rothmund.
Das erste eigene Fahrzeug habe in den vergangenen sieben Jahren gute Dienste geleistet, davor - als die Sache noch ins Rollen kommen musste - war man auf Leihwagen angewiesen. Insgesamt habe man mittlerweile rund 12.000 Gäste befördert.
Neben den kleineren Privatspenden sei eine derartige Anschaffung nicht ohne größere Spenden möglich gewesen, betonte das Vorstandsmitglied. Neben der Gemeinde, die ein Teil der rund 10.000 benötigten Euros beigesteuert hat und zudem einen Stellplatz zur Verfügung stellt, habe die Ilse-Graulich-Stiftung, die Schlossapotheke und die FairEnergie maßgeblich zur Umsetzung beigetragen. Das Reutlinger Energie-Unternehmen hatte schon früh zugesagt, die Ladekosten für den E-Bus zu übernehmen. »Jetzt müssen wir nicht mehr tanken«, sagte Rothmund dankbar. Der Ökostrom dazu komme von der Alb, wie Mara Ebinger von FairEnergie ergänzte. Die Stiftung dankte zudem den regelmäßigen Spendern, die den Betrieb des Mobils verlässlich am Laufen hielten.
Ein kleines Manko musste Vorstand Rothmund dann doch noch ansprechen: »Im Moment fehlen noch Haltegriffe, damit unsere Gäste besser und sicherer ein- und aussteigen können.« Serienmäßig seien die leider nicht zu haben gewesen, und der Einbau an der tragenden B-Säule der Karosserie koste leider satte 4.000 Euro.

Doch erst vor wenigen Tagen habe sich das Finanzierungsproblem erledigt. »Einige Mitglieder des in Planung befindlichen Generationen-Campus haben sich bereiterklärt, die 4.000 Euro beizutragen«, verkündete Rothmund die frohe Neuigkeit. Den Kontakt hatte Lothar Kattner hergestellt, der seit bald acht Jahren am Steuer des Bürgermobils sitzt und selbst beim Generationen-Campus eingebunden ist. »Den Einbau übernimmt die Firma Paravan, die sich auf den behindertengerechten Umbau von Fahrzeugen spezialisiert hat«, erklärte der Ehrenamtliche.
Und es fährt sich wohl gut, das neue Mobil. »Sind zwar viele Knöpfle dran, aber es fährt sich schön«, sagte Ingrid Spickermann, die seit der allerersten Stunde hinterm Lenkrad sitzt. Ihre Ehrenamts-Kollegin Ursula Vetter ergänzte, wie gut das Bürgermobil in der Gemeinde verankert ist: »Zum Beispiel unsere Physiotherapeuten schauen, dass die Termine für unsere Gäste auf unsere Fahrzeiten gelegt werden.« (GEA)


