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Aktuell Jubiläum

Diakonie-Sozialstation Mössingen: Großer Rückblick zum 50-jährigen Bestehen

Die Diakonie-Sozialstation Mössingen besteht seit 50 Jahren. Fest in voll besetzter Martin-Luther-Kirche.

Gut besucht war der Jubiläumsabend anlässlich der Feier »50 Jahre Diakonie-Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen« in
Gut besucht war der Jubiläumsabend anlässlich der Feier »50 Jahre Diakonie-Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen« in der Mössinger Martin-Luther-Kirche. Die Begrüßung übernahmen Reinhard Schweizer (links) vom Nachbarschaftshilfe-Netzwerk und Birgit Hohlweck, Pflegedienstleitung der Diakonie- und Sozialstation. FOTO: SCHERTLIN
Gut besucht war der Jubiläumsabend anlässlich der Feier »50 Jahre Diakonie-Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen« in der Mössinger Martin-Luther-Kirche. Die Begrüßung übernahmen Reinhard Schweizer (links) vom Nachbarschaftshilfe-Netzwerk und Birgit Hohlweck, Pflegedienstleitung der Diakonie- und Sozialstation. FOTO: SCHERTLIN

MÖSSINGEN. »Unterstützung, Hilfe und Pflege bei Krankheit oder im Alter – dafür steht die Diakonie-Sozialstation Mössingen«, erklärt Pflegedienstleiterin Birgit Hohlweck in ihrem Grußwort beim Jubiläumsabend anlässlich des 50-jährigen Bestehens. In Kooperation mit dem Mössinger Nachbarschaftshilfenetzwerk gab es in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche einen Rückblick, Ausblick und einige persönliche Erinnerungen von ehemaligen Mitgliedern und Zeitzeugen zur Geschichte.

Reinhard Schweizer vom Nachbarschaftshilfenetzwerk betonte, dass im Steinlachtal schon früh eine gegenseitige Hilfe und Unterstützung stattfand. »Wir und die Sozialstation sind eigentlich Geschwister, wir decken die Lücken ab, welche die Sozialstation nicht übernehmen kann – Hotline sowie Hilfe bei Arztbesuchen, Formularen und Anträgen. Unter dem Dach der Diakonie haben wir unsere Heimat gefunden«.

Anfangs offene Kinderstube

Werner Baur, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender des diakonischen Unternehmens »Die Zieglerschen«, nahm die rund 150 Gäste mit auf eine unterhaltsame Zeitreise über die Anfänge bis hin zum aktuellen Stand heute. Die Anfänge zu Beginn der 1970er-Jahre bildeten die offene Kinderstube, der Weihnachtsbazar und Essen auf Rädern, zunächst koordiniert von der Nachbarschaftshilfe (Gründung 1972), dann übernahm später die evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft der Diakonie- und Sozialstation Mössingen als Modellstation (1975), Bodelshausen (1977) und Ofterdingen (1979) schlossen sich an.

»Die meisten Kunden zu Beginn der Sozialarbeit kamen aus Bästenhardt«, erinnert sich Baur. Und heute ist das Verbreitungsgebiet die ganze Gemeinde. Zu einem festen Bestandteil und einem wahren Publikumsmagneten entwickelte sich von Beginn an der Diakonie-Bazar. Elsbeth Krauß, die jahrelang die ehrenamtliche Arbeit für den Bazar koordinierte, erzählte mit einem glücklichen Lächeln vom damaligen gemeinsamen Basteln und Handwerken im kleinen Kämmerlein: »Es musste schnell gehen, aber durfte nix kosten. Besonders begehrt waren die Schmuckkränze für die Türen, da mussten wir oft noch wochenlang nachproduzieren, weil wir so viele Bestellungen hatten«.

Werner Baur schwärmt noch heute von den Bazaren im Don-Bosco Bästenhardt: »Hier war der Herzschlag der Diakonie zu spüren, alle kamen zusammen und die Gemeinsamkeit stand im Mittelpunkt«.

Viele Veränderungen

In guter und bleibender Erinnerung ist vielen auch Gemeindeschwester Lina Hauser geblieben, auffällig durch ihren wohl etwas rasanten Fahrstil – »die Schutzengel haben jetzt Urlaub«, meinte der damalige Pfarrer, als sie in Rente ging, so berichtet Baur die Geschichte.

Viel hat sich verändert in den letzten Jahren – waren es 1975 nur drei Stellen in der Krankenpflege (und etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter), so wuchs die Zahl im Jahr 2000 auf 23 Pflegestellen und gut 120 ehrenamtliche Mitarbeiter an. »Ohne ehrenamtliches Engagement wäre das nicht machbar gewesen und ist es heute auch nicht«, betont Baur.

Nur durch »ein Miteinander und Füreinander kommt man zum Erfolg«, so Baur. Zusammen mit Reinhard Schweizer vom Nachbarschaftshilfenetzwerk zieht man nach 50 Jahren folgendes Fazit: »Es gibt sie noch – sehende Augen, hörende Ohren, fühlende Herzen, helfende Hände«. (GEA)