DUßLINGEN/GOMARINGEN/NEHREN. Der Projektleiter des aktuellen Mammutprojekts auf dem Höhnisch - der Neu- und Umbau des Schulzentrums - hatte bei der jüngsten Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbands Steinlach-Wiesaz gute Nachrichten im Gepäck. »Der Rohbau des Gebäudes der neuen Gemeinschaftsschule ist weitestgehend abgeschlossen«, eröffnete Hanspeter Massoth vor dem Gremium. »Bis auf den Anschluss an das Bestandsgebäude ist fast alles fertig.« Noch ist die Betondecke im Obergeschoss nicht ganz trocken, aber im Erdgeschoss haben die Ausbauarbeiten bereits angefangen.
Im Innenbereich geht's wie geplant voran. Die Holzrahmenelemente wurden bereits verbaut und die ersten Trassen der Haustechnik verlegt. »Gerade sind wir dabei, die Zwischenwände hochzuziehen und die Lüftungen werden installiert.« Der noch fehlende Anschluss an das Bestandsgebäude der Merian-Gemeinschaftsschule ist auch vorbereitet: »Die Passage wurde zurückgebaut, die Fenster zurückgeschnitten, ebenso wie die Verkleidung«, zählte der Architekt auf. Im neuen Jahr soll der Verbindungssteg schließlich montiert werden.
Probleme mit der Fassade
Wenn es so weitergeht wie bisher, können im laufenden Jahr noch der Aufzug ins Bestandsgebäude eingebaut, der Trockenbau vollendet, die Fenster im Erdgeschoss gesetzt und der Estrich verlegt werden. »Außen kommen noch die Betonfertigteile für die Fluchtreppen dran, damit wäre der Rohbau dann abgeschlossen«, erklärte Massoth.
Allerdings gebe es bei Arbeiten an der Fassade »einen gewissen Verzug von drei bis vier Wochen«, sagte der Architekt. »Wir haben Probleme mit einem Gewerk«, ergänzte Hölsch. »Eventuell muss der Unternehmer ausgetauscht werden.« Der Grund: Termine und Deadlines würden nicht eingehalten.
Bislang könne man die Ausfälle noch durch »ein gutes Miteinander« kompensieren, »aber wenn man an eine Stelle kommt, bei der es nicht weitergeht, muss man die Reißleine ziehen.« Massoth versicherte, dass der Verzug bislang noch keine Auswirkungen auf den Fertigstellungstermin habe. »Unsere vorhandenen Puffer können ausgeschöpft werden.«
Gewerke billiger als gedacht
Wie das einstimmig beschlossene, dritte Ausschreibungspaket bewies, läuft die Finanzierung des Großprojekts besser als erwartet. Bei den noch anstehenden Feinarbeiten sowie der Baureinigung lagen die Angebote zusammengerechnet rund eine halbe Million Euro niedriger als ursprünglich erwartet. Damit steigt die Summe, die bislang insgesamt eingespart werden konnte, auf rund 2,8 Millionen Euro.
Während die Bauarbeiten auf Hochtouren laufen, wird der nächste Abschnitt geplant. »Die Ausführungsplanung für das Bauteil B sind im Großen und Ganzen bereits abgeschlossen«, sagte Architekt Massoth. Man bereite gegenwärtig auch das erste große Ausschreibungspaket für den Abriss und Neubau des Gebäudes des Karl-von-Frisch-Gymnasiums vor. Aufgrund der unsicheren Finanzlage der Kommunen hatte der Verband beschlossen, das Gebäude noch vor der neuen Mensa anzugehen - weil man sich nicht sicher sein konnte, ob diese überhaupt zu bezahlen ist.
Arbeiten parallel zum Schulbetrieb
Aber das ist nach wie vor Zukunftsmusik. Der Verband will das erste Paket fürs Bauteil B bis Ende Februar geschnürt haben, so Hölsch. »Das ist auch der Großteil der Bausumme, vom Volumen her knapp 70 Prozent.« Bis Ende September sollen die Vorab-Maßnahmen für den Abbruch beendet sein. Weil alles parallel zum Schulbetrieb ablaufe, müssen die Details noch mit den Schulen abgestimmt werden. Ein Wermutstropfen: »Wir müssen ein paar Bäume roden.« Die Planer versicherten aber, »so wenig wie nötig« ins Grün einzugreifen.
Zusätzlich zum letzten großen Maßnahmenpaket des ersten Bauabschnitts wurde beschlossen, die ehrenamtliche Entschädigung für den Verbandsvorsitzenden erneut von 3.000 Euro auf 6.000 Euro im Jahr zu erhöhen. Das wurde zwar bereits im Februar vergangenen Jahres erstmals beschlossen, damals aber mit einer Befristung Ende 2025.
Da die Sanierung des Schulzentrums aber noch auf jeden Fall bis Ende 2028 dauern wird, sei die Verlängerung der Erhöhung vertretbar. Der Grund: Die immense Arbeit, die die Erweiterung des Schulzentrums macht. »Das ist schon ein Tag in der Woche«, brachte es Nehrens Bürgermeister Egon Betz auf den Punkt. Zudem sei es angemessen, weil jeder Cent über den Freibetrag fürs Ehrenamt hinaus ohnehin versteuert werden müsse. »Wir haben noch nichts gebaut, was über 50 Millionen Euro gekostet hätte. Das ist einfach eine andere Größenordnung.«
Kritik aus dem Gremium
Ein Gomaringer Gemeinderat hatte damit allerdings seine Probleme. SPD-Mann Maximilian Föll übte Kritik an der Erhöhung. »Der Arbeitsaufwand fällt bei allen an«, argumentierte er - auch im Verwaltungsapparat. Er sehe zwar die höhere Belastung, trotzdem gehöre bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage eine Erhöhung »nicht zu den nötigen Dingen.« Das sah der Rest des Gremiums anders, allen voran Bürgermeister Hölsch, der seine Funktion als Verbandsvorsitzender bald an Gomaringens Schultes Steffen Heß abgeben wird.
Eine derartig große Aufgabe sei noch nie im Verband umgesetzt worden, betonte Hölsch mit scharfem Ton. »Der Vorsitzende hat nicht nur die Funktion, Grußworte zu sprechen und Rechnungen zu unterzeichnen, sondern ist auch verantwortlich.« Wenn er bis zu einem Arbeitstag zusätzlich in sein Ehrenamt stecken müsse, fehle die Arbeit in Dußlingen. »Wenn ich sogar nur Ihre Anfragen nehme, Herr Föll, könnte ich damit gut eine halbe Stelle füllen«, ergänzte der Schultes in Richtung des SPD-Gemeinderats. Zumal sich die Anfragen oft um Belange drehen würden, die bereits erschöpfend diskutiert wurden.
Am Ende stimmte lediglich Föll gegen die Erhöhung - fürs Protokoll, weil die Abstimmung ohnehin über die Gemeinde erfolge. »Da haben die Räte nichts zu melden und die Gemeinden haben zugestimmt. Damit ist das erledigt«, schloss Betz die Diskussion. (GEA)

