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Aktuell Ehrung

Bundesverdienstkreuz für Tübinger Professorin Dr. Sara Brucker

Wer in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Tübingen wegen Brustkrebs behandelt wird, hat eine 20-prozentig höhere Überlebenschance, als dies an anderen Häusern im Land der Fall ist. Einen wesentlichen Anteil daran hat Professorin Dr. Sara Brucker.

Professorin Dr. Sara Brucker erhält das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Oberbürgermeis
Professorin Dr. Sara Brucker erhält das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Oberbürgermeister Boris Palmer. Foto: Alexander Thomys
Professorin Dr. Sara Brucker erhält das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Oberbürgermeister Boris Palmer.
Foto: Alexander Thomys

TÜBINGEN. Ein wenig beschämt zeigte sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, als er Professorin Dr. Sara Brucker im Rathaus mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ehren durfte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sei der Universitätsstadt nämlich zuvor gekommen, schmunzelte Palmer. »Eine städtische Ehrung steht noch aus - aber das holen wir sicher nach«, sagte Palmer, der den Werdegang der Leiterin der Frauenklinik am Uniklinikum Tübingen in seiner Laudatio nachzeichnete. »Die Klinik, die Sie leiten, hat eine ganz besondere Bedeutung für alle Tübinger - zumindest für alle mit dem Geburtsort Tübingen«, schickte der OB voraus. »Denn fast alle von ihnen kamen nicht an der Klinik und ihren tollen Mitarbeitern vorbei.«

Seit 2022 ist Sara Brucker die ärztliche Direktorin Frauenklinik, an der sie seit 2001 wirkt. Damals startete Brucker als junge Assistenzärztin und machte schnell Karriere: 2008 wurde die Medizinerin geschäftsführende Oberärztin an der Frauenklinik. Doch die Führungsverantwortung ist nur ein Teil des klinischen Wirkens der Gynäkologin, die auch medinisch betrachtet Geschichte geschrieben hat: mit den ersten Gebärmutter-Transplantationen in Deutschland. Diese Operation führt Brucker bislang als einzige Ärztin hierzulande durch, mehrere gesunde Geburten ihrer Patientinnen folgten. »Es war mir eine Ehre, welches Vertrauen mir die Frauen entgegengebracht haben und dass ich deren Kinderlosigkeit beenden konnte«, sagte Brucker bei der Verleihung des Verdienstordens.

»Der Verdienstorden gilt auch dem verdienten Team des Tübinger Departments für Frauengesundheit«

Eine weitere große Leidenschaft der Medizinerin ist der Kampf gegen den Brustkrebs. Sie legte den Grundstein für Zertifizierungsverfahren von Brustkrebszentren, in denen die Patientinnen seither eine im Schnitt um 20 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Mit über 550 wissenschaftlichen Veröffentlichungen trug Brucker weltweit zu besseren Behandlungsmethoden und einer zielgerichteteren Forschung bei und bemühte sich dabei insbesonder auch um minimalinvasive Operationsverfahren. »Solche brusterhaltenden Operationsverfahren sind psychologisch für die Betroffenen von außergewöhnlich hohem Wert«, lobte Palmer.

Für den Oberbürgermeister ist Brucker eine »inspirierende Persönlichkeit in der Medizin, die weit über Tübingen hinaus strahlt«. Auch in Berufsverbänden und Gesellschaften zur Brustkrebsheilkunde engagiert sich die Tübinger Gynäkologin ehrenamtlich. Markus Haist, der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte in Baden-Württemberg, war es dann auch, der Sara Brucker für das Bundesverdienstkreuz nominierte. Und dies so erfolgreich, dass die Professorin vom Bundespräsidenten auf Anhieb mit der zweiten Ehrungsstufe ausgezeichnet wurde.

Professorin Dr. Sara Brucker dankte in ihrer Rede allen, die sie auf ihrem Weg unterstützt hätten. »Das ist keine Einzelleistung gewesen«, betonte die 51-Jährige. Sie sei »erfüllt von Dankbarkeit, Demut und Stolz«. Insbesondere dankte Brucker ihren Eltern, die ihr das Studium der Medizin trotz einer schwierigen finanziellen Lage ermöglicht hatten. Die Gründerin der Frauenakademie Tübingen, die Wissen um die Gesunderhaltung der Frau auch niederschwellig und allgemeinverständlich verbreitet, danke auch der Stadt Tübingen, welche die bauliche Weiterentwicklung der Frauenklinik stets mitgetragen und ermöglicht habe. »Derzeit wird das Perinatalzentrum erweitert. Wir müssen tagtäglich mit der Baustelle umgehen«, erklärte Brucker, die den Verdienstorden daher auch ihrem »verdienten Team« in der Frauenklinik widmete und sich zugleich bei den Vorständen der Universitätsklinik bedankte. (GEA)