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Blütenpracht statt Mais-Monotonie

NEHREN/MÖSSINGEN. Gesucht: eine Alternative zum Maisanbau. Biomassereiche aber ökologisch sinnvolle Energie für Biogasanlagen versucht man derzeit auf Mössinger und Nehrener Gemarkung aus Wildpflanzen zu gewinnen. »Wir wollen eine Blühfläche mit Mehrwert«, erklärt Sabine Mall-Eder, Projektleiterin von »Energiebündel & Flowerpower«.

Malven, Steinklee, Buchweizen und Sonnenblumen dominieren in diesem Sommer in der mehrjährigen Blühmischung. Auf dem Feld von Uw
Malven, Steinklee, Buchweizen und Sonnenblumen dominieren in diesem Sommer in der mehrjährigen Blühmischung. Auf dem Feld von Uwe Schneider, am Radweg von Nehren Richtung Mössingen, wird der aktuelle Blütenstand begutachtet: Gerd Klett, Karl-Martin Dreher, Sabine Mall-Eder, Gerhard Mayer von der Kurklinik Bad Sebastiansweiler und Gabriele Dreher-Reeß (von links). GEA-FOTO: HAILFINGER
Malven, Steinklee, Buchweizen und Sonnenblumen dominieren in diesem Sommer in der mehrjährigen Blühmischung. Auf dem Feld von Uwe Schneider, am Radweg von Nehren Richtung Mössingen, wird der aktuelle Blütenstand begutachtet: Gerd Klett, Karl-Martin Dreher, Sabine Mall-Eder, Gerhard Mayer von der Kurklinik Bad Sebastiansweiler und Gabriele Dreher-Reeß (von links). GEA-FOTO: HAILFINGER
Nachdem beim Modellprojekt Anfang des Jahres fleißig Holz aus den Streuobstwiesen geholt wurde, geht der Blick beim Versuch der Biomassegewinnung nun aufs Feld. Die Landwirte Gerd Klett aus Nehren, Karl-Martin Dreher aus Ofterdingen und – im kleinen Stil – Gabriele und Erwin Dreher-Reeß, haben im April in verschiedenen Techniken eine Blühmischug ausgesät. Entwickelt wurde die von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und der Firma Saaten Zeller. Auch die Reha-Klinik Bad Sebastiansweiler hat eine in Mössingen erstellte Mischung ausgebracht.

Insgesamt wird auf sechs Flächen mit einer Gesamtgröße von einem Hektar getestet, wie sich die Mischungen hier in der Region machen, wie aufwendig Aussaat, Pflege und Ernte sind und welche Probleme es gibt. Gerd Klett hat etwa mit Disteln zu kämpfen, die in der Mischung eigentlich gar nicht enthalten sind. Die machen es anderen Pflanzen schwer, hochzukommen und haben selbst nur wenig Energiewert. Anders sieht das bei Sonnenblumen aus. »Im Stängel und den Kernen steckt viel Öl – das ist Energie pur«, so Klett. Wie er sieht auch Landwirt Karl-Martin Dreher die Sache realistisch. »Das hier wird immer eine Nische bleiben«, prognostiziert Dreher. Der Ertrag wird unter dem von Mais liegen und die Landwirte werden diesen für ihre Milchtiere weiterhin brauchen. Neugier und Interesse für Neues lassen die beiden Biogasanlagen-Betreiber aber trotzdem beim Projekt mitmachen. (GEA)