MÖSSINGEN. Wer mit offenen Augen im Umland der Steinlachstadt unterwegs ist, sieht vor lauter Äpfeln die Bäume nicht mehr. Dieses Jahr gibt es mehr als genug Obst. Die geschätzt über 40.000 Streuobstbäume, von denen die Hälfte mit Kernobst behangen sind, haben dem Frost getrotzt und blieben von Sturm und Hagel verschont.
Zum 14. Mal wird die Lieblingsfrucht der Mössinger, genauer gesagt deren Ernte und Verwertung groß gefeiert. Die Apfelwoche findet vom Sonntag, 28. September, bis zum Erntedankfest, am Apfel-Sonntag, 5. Oktober, statt. Das Netzwerk Streuobst hat wieder ein kreatives und umfangreiches Programm zusammengestellt. Es liegt als üppige, 32 Seiten starke Broschüre aus, oder kann im Internet eingesehen oder heruntergeladen werden.
Vorneweg: Mit einer Weltpremiere am Apfelfreitag, 3. Oktober, setzt die Früchte-Woche ein neues Highlight. Die Spvgg Mössingen und der Bogensportverein Steinlachtal haben eine neue Sportart ersonnen – den Apfel-Duathlon. Dreier-Teams müssen im Zusammenspiel von Bogenschießen und Walken um den Sieg kämpfen: Haben Leichtathleten eine ruhige Hand? Sind Bogenschützen auch geländegängig? Ab 13 Uhr geht es im »Weiten Hart« beim OGV auf einer 1,2 Kilometer langen Strecke in den Wettkampf.
Rund 50 Aktionen
Fast fünfzig weitere Aktionen werden im Countdown zum großen Apfelsonntags-Fest geboten. Die Neuheiten: Das umfangreiche Kinderprogramm beinhaltet am Apfelsamstag (16 Uhr) in der Kulturscheune das musikalische Schauspiel »Die Märchentanten«. Im Café Pausa (mit apfeligem Tagesessen) gibt’s am Apfelmittwoch (19.30 Uhr) ein schwäbisch-musikalisches Streuobst-Kabarett mit Michael Niethammer und Roland Lugi Herter-Flöß. Und täglich lockt das mad-fitness-Studio in Belsen von 9 bis 20 Uhr zum Apfelschälwettbewerb mit Fitness-Preisen.
Speis und Trank rund um Apfelgerichte bieten auch das Kultur-Café in der Kulturscheuen und der Mittagstisch der Metzgerei Grießhaber in Öschingen; im »Ochsen« werden gar Apfelmenüs kredenzt. Zum Nachspülen lädt die Ginstube auf einer Exkursion in die Streuobstwiesen ein (3.10., 14.30 Uhr).
In den Lichtspielen läuft am 3. Oktober (20.15 Uhr) der Dokumentarfilm »Ein stummer Hund will ich nicht sein«. Das Drama beleuchtet die Geschichte des Priesters Korbinian Aigner, der als Insasse im KZ Dachau heimlich neue Apfelsorten züchten konnte. Er hinterließ auch eine Sammlung von über 800 gezeichneten Apfel- und Birnen. Die Bilderwerkstatt (Falltorstraße 15) zeigt einen Teil des Nachlasses des »Apfelpfarrers«.
Große Apfelsortenausstellung
Noch mehr Kultur gibt’s bei der Buchausstellung in der Stadtbücherei oder beim Auftritt des Ernst-Bloch-Chors: »Hurra, diese Welt geht unter – Eine Treibhausrevue« (allerdings erst am 19. Oktober in der List-Aula). Im AOK-Kunden-Center dreht sich alles um die gesunde Seite des Apfels; Gratisäpfel bekommen Besucher auch in der Kreissparkasse, der Volksbank und bei Elektro-Schneider ausgehändigt. Apfeltee bietet die Spezialitäten-Compagnie zum Probieren an. Vorträge, Säfte pressen, Kuchen backen, Laternen basteln, Kinderexkursionen und vieles mehr gibt’s dazu.
Abschluss und Höhepunkt ist wie immer der verkaufsoffene Sonntag am 5. Oktober. Ab 11 Uhr ist der Löwensteinplatz gefüllt mit Info- und Verköstigungsständen. Es gibt beim 19. Mössinger Apfelfest neben der Apfelsortenausstellung in der Tonnenhalle wieder viele Mitmachaktionen und Ausstellungen zwischen Pausa und Innenstadt und auch die Apfelläufe der LG Steinlach-Zollern ab 9.30 Uhr. (GEA)

