MÖSSINGEN-ÖSCHINGEN. Robert Habeck hätte seine Freude: Die nächste Wärmepumpe kommt. Und es ist höchste Zeit. Die Wärmeversorgung der Gebäude 2 und 4 in der Öschinger Falkenstraße, in denen unter anderem die Ortschaftsverwaltung untergebracht ist, zeichnet sich nicht nur durch ein beachtliches Alter aus, sondern auch dadurch, dass sie nicht mehr in allem ganz gesetzeskonform ist. Damit ist jetzt aber Schluss. Bei zwei Enthaltungen hat der Mössinger Gemeinderat beschlossen, die Heizung nicht nur dort, sondern auch im benachbarten Feuerwehrhaus und im Bauhof zu modernisieren und von Öl auf Wärmepume und Pellets umzustellen.
Die Gebäude Falkenstraße 2 und 4, Baujahr 1990, bestehen aus einer Eigentümergemeinschaft der Stadt Mössingen und der Kreisbaugesellschaft Tübingen. Untergebracht sind dort das von der Kreisbau vermietete Ladengeschäft sowie die Ortsverwaltung und die Außenstelle der Stadtbücherei. Die ehemaligen Räume der Volksbank stehen leer. Geheizt wird mit Öl, wobei der 50.000 Liter fassende Erdtank in einem Überflutungsgebiet liegt und schon vor drei Jahren hätte umgebaut werden müssen. Die Heizungssteuerung funktioniert nur noch, weil aus einem anderen städtischen Gebäude gebrauchte Ersatzteile ausgebaut werden konnten.
Aus zwei wird eins
Noch drei Jahre älter sind die benachbarten Gebäude Falkenstraße 6 und 8, in denen die Feuerwehr und der Bauhof sowie Wohnungen untergebracht sind. Auch hier wird mit Öl geheizt. Für die Fahrzeughalle der Feuerwehr gibt es Lufterhitzer, die eine Vorlauftemperatur von 70 Grad benötigen.
Jetzt werden die bisher getrennten Systeme durch eine gemeinsame Wärmeversorgung ersetzt. Die Wärmepumpe soll in Verbindung mit der Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrhaus den größtenTeil der Heizperiode abdecken, die Pelletheizung ist für die Spitzenlast da. Der Vorteil dieser Kombination aus Sicht von Baubügermeister Martin Gönner: »Wenn ein System ausfällt, kann das andere das übernehmen. Damit wir das im Sommer umsetzen können, solten wir die Arbeiten möglichst schnell ausschreiben.«
Insgesamt kostet die Heizungserneuerung rund 900.000 Euro. Davon übernimmt die Kreisbaugesellschaft gut 240.000 Euro. Mössingen erhält eine Förderung von 85.000 Euro, sodass einschließlich weiterer Ausgaben für die Feuerwehr unterm Strich knapp 610.000 Euro an der Stadt hängenbleiben.
Warum keine Geothermie?
Die Entscheidung für Pellets sorgte für einige Fragen. "Man hat Geothermie doch als ideale Lösung für Öschingen bezeichnet", wunderte sich Wilfried Kuppler (FWV). Sein Fraktionskollege Elmar Scherer hakte ebenfalls nach: "Geothermie ist anfangs zwar teurer, danach aber nicht mehr. Und Pellets werden immer teurer." Dennoch sei die vorgeschlagene Variante die wirtschaftlichste Lösung", versicherte Martin Gönner: "Geothermie wäre bei der Investition um 300.000 Euro teurer gewesen. Dafür können wir einige Pellets kaufen." Eine Anregung von Ortsvorsteher Wolfgang Eißler (FWV): "Wir müssen vielleicht noch über Batteriespeicher nachdenken." Die Frage von Kai Buckenmaier, ob man in dieses System nicht auch die Nachbarschaft hätte einbinden können, musste Gönner verneinen: "Da wären wir an Grenzen gestoßen."
Offen ist im Moment nach wie vor, was mit den leer stehenden Volksbank-Räumen passiert. "Ist die Einrichtung einer Arztpraxis dort immer noch eine Option?, wollte Sabine Hoppe-Reiber (SPD) wissen. Die knappe Antwort von Martin Gönner: "Ja." (GEA)

