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Kiloweise Hundekot auf Wiese in Dußlingen gekippt: Bauern stinksauer

Diese Tat stinkt zum Himmel und macht zwei Landwirte in Dußlingen und Nehren wütend: Auf einer ihrer Wiesen, auf der Gras für ihre Milchkühe wächst, haben Unbekannte haufenweise Hundekot entsorgt. Und das schon zum dritten Mal. Was bekannt ist.

Auf der Fläche, die in Dußlingen eigentlich bald als Futterwiese betrieben werden soll, liegt kiloweise Hundescheiße.
Auf der Fläche, die in Dußlingen eigentlich bald als Futterwiese betrieben werden soll, liegt kiloweise Hundescheiße. Foto: Frank Pieth
Auf der Fläche, die in Dußlingen eigentlich bald als Futterwiese betrieben werden soll, liegt kiloweise Hundescheiße.
Foto: Frank Pieth

DUßLINGEN/NEHREN. Raphael Schneider und Gerd Klett stinkt es ganz gewaltig: »Wer lädt haufen- und kiloweise Hundescheiße auf unsere Bauernwiese? Hier, wo das Futter für unsere Rinder wächst. Und vor allem: Warum?« Sie können nur Vermutungen anstellen: »Möglicherweise stammt das alles aus einem Hundezwinger und wahrscheinlich wollten die Besitzer den Hundekot nur schnell irgendwo loswerden«, mutmaßt Raphael Schneider. Beide hegen keinen konkreten Verdacht und haben auch keine Anzeige bei der Polizei aufgegeben. »Es ist jedenfalls eine richtige Sauerei«, sind sich beide Landwirte einig.

Sie vermuten außerdem, dass die stinkenden Hinterlassenschaften entweder in kleinen Wannen oder mit einem Autoanhänger dorthin gebracht wurden. Ihre Wiese liegt ziemlich verkehrsgünstig in der Nähe der B27 und nur einige hundert Meter entfernt von der nächsten Wohnsiedlung. »Da ist man über den Schotterweg ziemlich schnell«, sagt Raphael Schneider. Er und Gerd Klett arbeiten eng zusammen. Schneider übernimmt mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb hauptsächlich den Ackerbau bei Dußlingen und Klett hat in Nehren seinen Milchviehbetrieb mit hunderten Rindern. Schneider liefert Klett von seinen Flächen das notwendige Futter für Kletts Rinder. So sind beide von der verunreinigten Wiese betroffen. »Das Pflanzenmaterial von so einer Wiese ist eine wichtige Eiweißquelle für meine Kühe«, betont Klett.

» Krankheitserreger können auch auf die Milch der Kühe übergehen«

Hochgefährlich ist die illegale Hundekot-Entsorgung, das wissen beide. Gesundheitsgefährdend für Tier und Mensch, erklärt Klett: »Wenn Bestandteile des Hundekots über das Weidegras ins Futter der Kühe gelangt, können die Tiere schwer krank werden. Krankheitserreger können auch auf die Milch der Kühe übergehen und dann wäre am Ende auch der Mensch betroffen.« Auf jeden Fall könnte er seine Milch nicht mehr vermarkten, so Klett. Ein existentieller Schaden bei einem Milchviehbetrieb mit mehr als 350 Rindern.

Für die Tiere besteht laut Gerd Klett sogar Lebensgefahr: »Im schlimmsten Fall können Totgeburten die Folge sein. Dann, wenn die ungeborenen Kälber im Mutterleib erkranken und bereits dort sterben.« Über den Hundekot könnten Bakterien wie Salmonellen, oder Parasiten wie Bandwürmer, Leberegel, Peitschenwürmer und andere übertragen werden, die bereits in Hundekot nachgewiesen wurden, so Klett.

Als Nächstes wollen die beiden Geschäftspartner die Wiese vom Hundekot säubern: »Wie wir das im Detail machen, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass wir die verseuchte Fläche voraussichtlich ein Jahr lang nicht nutzen können«, da ist sich Schneider sicher. Wenn überhaupt, werde er wahrscheinlich die Wiese großflächig um die betroffene Fläche herum abmähen, sobals das Gras so weit sein sollte.

»Nicht weit von der Sauerei auf unserer Wiese entfernt, stehen Hundekotbeutel und entsprechende Mülleimer bereit«

Die beiden Landwirte sind auch deshalb mit diesem krassen Fall an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie das Thema Hundekot nicht erst seit gestern umtreibt. Das gehe nicht nur ihnen, sondern vielen Haupt- und Nebenerwerbslandwirten so: »Trotz aller Appelle, trotz aller Hundekotbeutelstationen am Wegesrand - wir finden immer noch zu viele Hundehaufen an und in unseren Äckern und Weideflächen«, beklagt sich Gerd Klett. Er ist der Meinung: »Die Hunde sind nicht das Problem, die gehen nur ihrem Bedürfnis nach. Das sind Tiere, für die aber die Halter eine Verantwortung übernehmen müssen.« Dazu gehöre, die Tiere nicht an und auf landwirtschaftlichen Flächen ihr Geschäft machen zu lassen. »Wir mähen mittlerweile erst neun bis zehn Meter von den Spazierwegen entfernt unsere Futterpflanzen ab, damit kein Hundehaufen den Weg in die Silage findet«, erklärt er.

Raphael Schneider ergänzt: »Nicht weit von der Sauerei auf unserer Wiese entfernt, stehen Hundekotbeutel und entsprechende Mülleimer bereit, die die Gemeinde Dußlingen aufgestellt hat. Die sollten entsprechend genutzt werden.« (GEA)