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Aktuell Einsatz

Widrige Rettungsaktion für 13-Jährige bei Öschingen

Eine 13-jährige Wanderin ist am Freitagabend im Steilhang am Albtrauf bei Mössingen-Öschingen verunglückt. Bergwacht, Feuerwehr und DRK retteten die Verletzte aus einer 13 Meter tiefen Schlucht.

Die DRK-Bergwacht Pfullingen bereitet die Rettung der verunglückten Person am Freitagabend vor
Die DRK-Bergwacht Pfullingen bereitet die Rettung der verunglückten Person am Freitagabend vor Foto: Jürgen Meyer
Die DRK-Bergwacht Pfullingen bereitet die Rettung der verunglückten Person am Freitagabend vor
Foto: Jürgen Meyer

MÖSSINGEN-ÖSCHINGEN. Eine Rettungsaktion unter widrigen Umständen hat am Freitagabend die Bergwacht, Feuerwehr, DRK und Polizei in Atem gehalten. Einsetzender Nassschneefall, damit verbundene Glätte, Dunkelheit, Kälte und ein schwer zugängliches Gelände forderten von den zahlreichen Einsatzkräften einiges ab. Dazu kam der Faktor Zeit: Eine Jugendliche war an der Nordseite des Öschinger Filsenbergs verunglückt. Sie war aus bislang unbekannten Gründen im Bereich des Forstweges, der vom Tal nach rund einem Kilometer steil auf die Anhöhe führt, den Abhang hinuntergestürzt.

Kastental heißt diese von einem Bergbach tief ausgespülte Schlucht. Etwa 800 Meter nach Beginn der bewaldeten Steige war die 13-Jährige vermutlich beim Rückweg vom Filsenberg hinunter ins Dorf wohl nach rechts abgerutscht und etwa 12 Meter über den Hang ins Bachbett geschlittert. Das Mädchen hatte gegen 17.30 Uhr telefonisch die Integrierte Rettungsleitstelle des Landkreises Tübingen verständigt und mitgeteilt, dass sie nach einem tiefen Sturz verletzt in einem Bachbett liegen würde.

Der angerückte Rettungswagen des DRK samt Notarzt forderte Mössinger und Öschinger Feuerwehrhelfer zur Rettungsunterstützung nach. Die Einsatzkräfte seilten sich zur Unglücksstelle ab, wo die Verunglückte durchnässt, mit Verletzungen durch den Fall, im Bach lag. Zur Rettung wurden die Spezialisten der DRK-Bergwacht Pfullingen alarmiert. Die mit ihrem VW-Geländetransporter und einem All-Terrain-Vehicle – einem raupenbereiften Cam-an Outlander – zur Unglücksstelle fuhren. Mit ihrer Gebirgstrage konnte die Verunglückte auf den Forstweg zurücktransportiert werden. Sie wurde mit dem Bergwacht-Bus hinab zum wartenden Rettungswagen gebracht, wo sie mit starken Unterkühlungen in die Uniklinik nach Tübingen gefahren wurde.

Schneetreiben behinderte die Rettungsarbeiten in Öschingen
Schneetreiben behinderte die Rettungsarbeiten in Öschingen Foto: Jürgen Meyer
Schneetreiben behinderte die Rettungsarbeiten in Öschingen
Foto: Jürgen Meyer

Die Einsatzleitung aus Feuerwehr, Polizei und Kreisbereitschaftsleitung war am Sportheim eingerichtet. Die Nachalarmierung eines Rettungshubschraubers wurde wieder verworfen. Auch die Drohnenstaffel des DRK-Kreisverbandes, maßgeblich mit Kräften des Ortsvereins Kirchentellinsfurt-Kusterdingen, war angefordert worden, um bei der Personensuche zu helfen. Als die Lage jedoch klar war, standen die Piloten bereit, um die Rettungsstelle auszuleuchten. Der heftige Schneefall einerseits und das ausreichende Equipment der Berwacht machten den Einsatz jedoch nicht erforderlich. Bis zum Abtransport der jungen Frau dauerte der Einsatz fast zwei Stunden. Die Rückfahrt der Einsatzwagen vom Filsenberg hinab wurde wegen der Schneeglätte abermals zu einer heiklen Angelegenheit.

Hinweise auf ein Fremdverschulden an dem Sturz des Kindes ergaben sich nicht. Der Rettungsdienst war mit vierzehn Einsatzkräften und vier Fahrzeugen, die Feuerwehr mit zehn Einsatzkräften und drei Fahrzeugen und die Bergwacht mit sechs Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen vor Ort. (GEA/pol)

Übergabe der Verletzten von der Bergwacht an den Rettungsdienst
Übergabe der Verletzten von der Bergwacht an den Rettungsdienst Foto: Jürgen Meyer
Übergabe der Verletzten von der Bergwacht an den Rettungsdienst
Foto: Jürgen Meyer