KIRCHENTELLINSFURT. Konsolidierungslisten machen keinen Spaß, das weiß auch der Kirchentellinsfurter Bürgermeister Bernd Haug. »Am liebsten würde ich diesen Tagesordnungspunkt gar nicht aufrufen. Aber wir haben nun mal die finanziellen Schwierigkeiten.« Denn um mehr Geld für den Haushalt freizuschaufeln, will die Gemeinde die Bezuschussung für jedes Essen in Höhe von 1,59 Euro an der Graf-Eberhard-Schule komplett streichen. Das würde Kirchentellinsfurt rund 17.000 Euro sparen – aber den Essenspreis von 5,20 Euro auf 6,79 Euro schnellen lassen. »Das ist mir zu viel«, sagte GAL-Rätin Marie-Luise Bausch. Gerechtfertigt – auch im Vergleich mit anderen Gemeinden – seien am ehesten noch glatte 6 Euro.
Die Gemeinde sieht ihr Vorhaben als gerechtfertigt an, wenn auch mit schwerem Herzen. Kirchentellinsfurt als Trägerin der Graf-Eberhard-Schule habe die Vorgabe der Rechtsaufsichtsbehörde, die Subventionen zu überprüfen, wie Hauptamtsleiter Michael Schäfer erklärte. »Wir haben andere Gemeinden angeschaut und festgestellt, dass in der Breite kein Zuschuss gezahlt wird.«
Ausnahmen in der Region
Ausnahmen gebe es aber. In Wannweil, Kusterdingen und Dettenhausen beinhalten die Preise aber nicht die Personalkosten für den Mensabetrieb, weil das Personal bei der Gemeinde angestellt sei. In Kirchentellinsfurt übernehme das hingegen größtenteils ein Caterer. Der Eigenanteil der Gemeinde betrage hier nur 9.000 Euro.
Das verkompliziere das Procedere, argumentierte SPD-Rat und Schulleiter Mathias Kessler. Zwar müsse der Schulträger das Mittagessen bereitstellen, aber in dem »uneindeutigen Vertrag« mit dem Caterer sei nicht klar erkennbar, wie viel die Personalkosten ausmachen würden – und die können nicht über den Zuschuss finanziert werden. Also müsse der Caterer erst die Kalkulation offenlegen, ehe man abstimme.
Alternative der GAL setzt sich durch
Die gibt es aber wohl erst zum neuen Schuljahr im September. Weshalb Kessler bis dato einen anderen Vorschlag hatte: Einen Euro ganz aus dem Zuschuss herausrechnen und dann schauen, wie die Kalkulation aussieht. So sei man auf der sicheren Seite, weil man grundsätzlich davon ausgehen könne, dass ein Euro für Personal eingerechnet wird.
»Der eine Euro fußt aber auf der Annahme, dass das Personal voll von außerhalb der Gemeinde kommt«, brachte sich Bürgermeister Haug ein. In Kirchentellinsfurt rechne man daher mit 75 Cent – wegen der Teilstelle.
Weshalb sich der Rat schließlich mehrheitlich für den Antrag der GAL entschloss, den Zuschuss so weit zu reduzieren, dass das Schulessen ab dem 1. Januar 2026 glatte 6 Euro kosten wird. (GEA)

