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Aktuell INTERVIEW

Markenzeichen: Elvis-Tolle

REUTLINGEN. »The Baseballs« sind eine Band, die 2007 in Berlin gegründet wurde. Bestehend aus Sven Budja (Sam), Rüdiger Brans (Digger) und Sebastian Raetzel (Basti). Die Band covert Songs im Rock'n'Roll- Stil, zum Beispiel von Rihanna »Umbrella«. Wir haben ein Interview mit Sam geführt:

Sehen aus wie aus den 50er-Jahren und klingen auch so: Sven Budja alias Sam (rechts) und seine Bandkollegen. FOTO: DPA
Sehen aus wie aus den 50er-Jahren und klingen auch so: Sven Budja alias Sam (rechts) und seine Bandkollegen. Foto: dpa
Sehen aus wie aus den 50er-Jahren und klingen auch so: Sven Budja alias Sam (rechts) und seine Bandkollegen.
Foto: dpa

Zms: Wie habt ihr euch kennengelernt? Wie wurde die Band gegründet?

Sam: Es war so, dass wir uns mehr oder weniger zufällig getroffen haben - um genau zu sein in der Gemeinschaftsküche eines Proberaumkomplexes in Berlin. Eigentlich besuchte ich Berlin, weil ich mir die Hauptstadt ansehen wollte. Außerdem fand noch am selben Tag ein Vorsingen bei einer anderen Band statt, an dem ich spontan teilgenommen habe. Dann traf ich die beiden Jungs und identifizierte ihre Leidenschaft zum Rock'n' Roll anhand ihrer Elvis-Tollen. Digger half in der Band eines Bekannten aus und Basti probte dort mit seiner damaligen Bandformation. Auf jeden Fall kamen wir ins Gespräch - war 'ne echt lustige Situation, die man nicht allzu oft erlebt und als schicksalhafte Fügung bezeichnen könnte.

Wie seid ihr auf den Namen »The Baseballs« gekommen?

Sam: Das war eine lange Prozedur. Wir wollten keinen üblichen Rock'n'Roll-Bandnamen wie zum Beispiel »The Shakers« oder »The Hot Rods«, brauchten aber unbedingt einen Bezug zu den 50er-Jahren. Und da dachten wir an die Sportart »Baseball«. Denn gerade in den 50ern war Baseball eine der größten Volkssportarten Amerikas.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen Songs im 50er-Stil zu covern?

Sam: Die Idee war es, den Rock'n'Roll wieder publik zu machen und vor allem der jüngeren Generation zu präsentieren. Also dachten wir, sei es am sinnvollsten, aktuelle Chartsongs zu nehmen, die fast jeder kennt und diese dann in den »50er- Jahre-Stil« zu verwandeln. So hat die jüngere Generation Bezug zu den Songs und lernt diese in einem anderen Stil kennen. Der älteren Generation hingegen sind die Songs eventuell nicht allzu sehr bekannt, jedoch der Rock'n'Roll-Stil, der sie an ihre Jugend erinnert.

Schreibt ihr auch eigene Songs?

Sam: Das ist natürlich ein weiteres Ziel, das wir verfolgen. Wenn die Menschen den Rock'n'Roll durch unsere Cover-Songs sozusagen wieder »im Ohr« haben, dann ist es an der Zeit, unsere eigenen Rock'n'Roll-Songs zu präsentieren und aufzunehmen. Um ehrlich zu sein haben wir uns im Proberaum schon damit befasst und die ersten Songs geschrieben. Wir sind also dran. Auf dem nächsten Album wird auf jeden Fall der ein oder andere selbst geschriebene Baseballs-Song zu finden sein.

Wann und wie habt ihr euren ersten Plattenvertrag bekommen?

Sam: Wir hätten uns das niemals erträumt, dass dies tatsächlich einmal eintrifft. Basti kannte zum Glück ein Produzententeam in Berlin, das an das Projekt geglaubt und mit uns die ersten Demos aufgenommen hat. Dieses Team wiederum kannte wichtige Menschen bei verschiedenen Plattenfirmen, denen man diese Demos zusandte. Als das Major-Label »Warner-Music« Interesse meldete, hielten wir das erst für einen Scherz.

Hattet ihr damit gerechnet, dass eure erste Single »Umbrella« so erfolgreich wird? Wie war eure Reaktion?

Sam: Uns fiel im wahrsten Sinne des Wortes die Kinnlade runter. Dass sich die Single einmal in die Top 50 und das Album sogar in die Top 10 der deutschen Album-Charts platzieren würde, hätten wir nie erwartet. Geschweige denn die Tatsache, dass es im Ausland recht gut läuft. Das sind alles Dinge, von denen man früher immer geträumt hat. Wir freuen uns riesig, sind überglücklich und dankbar, dass es so viele Menschen gibt, die Spaß an unserer Musik haben.

Wie oft seht ihr euch? Wohnt ihr in einer WG?

Sam: Letztes Jahr haben wir unsere erste große Tour gespielt (Deutschland, Schweiz, Österreich). Diese ging ungefähr vier Wochen. Da haben wir uns jeden Tag gesehen. Ansonsten sieht man sich etwa ein Mal pro Woche. Wir wohnen aber nicht zusammen. Das wäre ja noch schöner (lacht). Man braucht ja auch hin und wieder ein bisschen Abstand und Zeit für sich und die Familie.

Werdet ihr auf der Straße erkannt? Bekommt ihr viel Fanpost? Was war die Einfallsreichste?

Sam: Es kommt schon vor , dass man angesprochen wird. Das läuft allerdings alles immer sehr freundlich, nett und respektvoll ab. Meistens wollen die Menschen ein kurzes Foto oder ein Autogramm, man redet ganz nett miteinander und dann war's das auch schon. Es ist nicht so, dass wir nicht mehr aus dem Haus gehen können oder uns tausend kreischende Menschenmassen hinterherrennen. Wir haben einen tollen, engagierten Fanclub und erhalten sehr oft Nachrichten oder Geschenke. Was das Einfallsreichste war, können wir so gar nicht sagen. Wir freuen uns über jede Nachricht oder Fanpost. Vor allem über Myspace und unserer Homepage bekommen wir viele Nachrichten. Diese beantworten wir auch noch alle selbst - auch wenn es hin und wieder ein bisschen länger dauert.

Habt ihr genug Freizeit?

Sam: Da wir viel unterwegs sind, ist es manchmal gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Man nutzt jede freie Minute und verbringt diese mit der Familie und den Freunden oder geht seinen Hobbies nach. Wenn man viel unterwegs ist, weiß man es viel mehr zu schätzen, wenn man wieder zu Hause bei der Familie ist. Man genießt diese Momente dann natürlich umso mehr!

Wie oft und wie lange probt ihr?

Sam: Das hängt ganz davon ab, was gerade ansteht. Man bereitet sich auf eine größere Tour ganz anders und intensiver vor, als wenn man ein Album aufnimmt oder sich trifft, um eigene Songs zu schreiben. Für die erste Tour haben wir uns beispielsweise 14 Tage am Stück in einen Seminarraum einer Ferienanlage eingeschlossen und acht Stunden pro Tag geprobt. Damit es auch in Fleisch und Blut übergeht. Regelmäßige Probezeiten haben wir allerdings nicht. Wir gestalten das ganz individuell.

Habt ihr schon ein neues Album oder eine neue Single geplant?

Sam: Wir sind schon fleißig dran, neue Coversongs zu »verrockandrollen« und eigene Songs zu schreiben, so dass man bald definitiv mit einem weiteren Album rechnen kann. (ZmS)

Lisa Mayer, Lisanne Kiefner, BZN- Gymnasium, Klasse 9c