Logo
Aktuell Leserbrief

»Zeit, dass sich in Köpfen was dreht«

Zum Artikel »Pro Windpark trotz Gegenwind« vom 19. November (per E-Mail)

Welche Menschen aus dem Reutlinger Gemeinderat haben eventuell dafür gestimmt, weil ihnen dieses aktuelle Projekt als Instrument gerade recht kommt – um ihre allgemein positive Haltung zu erneuerbaren Energien zu manifestieren? Die von den Keine-Windkraft-am-Käpfle-Befürwortenden gar nicht abweicht.

Kennen alle, die in einer »Initiative pro Windrad« fürs Käpfle gestimmt haben, den Standort überhaupt persönlich? Traurig genug, dass das Votum der drei Bezirksgemeinden, das jeweils eindeutig ausfiel, letztlich Makulatur ist! Weil dort am Ende (leider) nichts entschieden wird – wie bei anderen Dingen auch. Für mich fühlt sich das Abstimmverhalten im Reutlinger Gremium als ideologisch motiviert an. Wie würde das Ergebnis in einer direkten Demokratie aussehen?

Schlussendlich: Sind Projektierer beziehungsweise Betreiber (egal welche) von Windkraftanlagen nicht meist Unternehmen, deren Ziel die Erwirtschaftung von Erträgen (auch für ihre Anteilseigner) ist? Diese Firmen kalkulieren ihre Zukunft. Gegebenenfalls können sie ihre öffentlich bekannt gemachten Wunschvorstellungen nicht vollständig durchsetzen. Wenn die Windräder aber erst einmal stehen, dürften deren Einnahmen auch dann auskömmlich sein, wenn sich die Räder nicht dauerhaft drehen.

Im Kern ist für mich der Bau nur dann sinnvoll, sofern über die derzeitigen Stromkapazitäten hinaus zusätzliche Energie benötigt wird. Wenn Windkraftparks dann ihren Beitrag dazu just-in-time zuverlässig liefern können. Wenn kein Strom teurer im Ausland zugekauft werden muss. Wenn Speichermedien in Deutschland ausgereift zur Verfügung stehen (zum Beispiel Elektrolyseure zur Wasserstoffgewinnung – siehe gleichtägiger Artikel »Minianlage – große Aufgabe«).

Zeit, dass sich was dreht – in manchen Köpfen!?

 

Markus Hoffmann, Reutlingen