Das Leben und die Berichterstattung darüber sind bunt. Da wird groß von tragischen Schicksalen von Drogenabhängigen und/oder Obdachlosen berichtet. Im Gegensatz dazu ein ebenso umfangreicher Bericht zum fröhlichen Christopher Street Day (CSD) und ein eher banales Problem, ob ein Mohrenkönig in Wurmlingen schwarz oder »of colour« ist.
Für ihn gilt dasselbe wie für die Heiligen Drei Könige. In beiden Fällen wird auf das Gleichberechtigte der Schwarzen hingewiesen. Sollten die besagten Figuren wegfallen, so wird deren Existenz ignoriert und Ignoranz ist eine ganz besondere Form von Diskriminierung. Ich würde es gut finden, würden mal 2.300 Menschen auf die Straße gehen gegen die Ignoranz der Problematik von Obdachlosen und/oder Einsamen ...
Wie heißt es so schön in »Streets of London« von McTell für Menschen, die wirklich einsam sind, und dem Refrain mit der Aufforderung »Change your mind!«. Die gehen nicht auf die Straße und skandieren nicht »We are here, wie are proud«.
Bin mal gespannt, wie lange bei den olympischen Ringen ein schwarzer Ring für den schwarzen Kontinent bleiben darf. Es könnte tatsächlich ein zumeist privilegierter Schwarzer zum Beispiel aus Obervolta sich durch den schwarzen Ring diskriminiert fühlen.
Ich habe mal in der Schule eine Schachtel Mohrenköpfe als Wetteinsatz gegenüber Schülern angeboten. Ein beflissener Kollege beschimpfte mich vor der Klasse ob des M-Wortes. Ein – Entschuldigung – pechschwarzes Mädchen kommentierte die Rüge: »Ich mag aber Mohrenköpfe!« Also machen wir es uns doch nicht so schwer: »Leben und leben lassen!« und den Ball flach halten, wie es in der Fußballersprache heißt.
Gerhard Oberlader, Mössingen
