Die Diskussion um den Bau eines Amazon-Verteilerzentrums in unserer Gemeinde bewegt viele Menschen – auch mich. Ich bin entschieden gegen dieses Vorhaben, da es für unsere Stadt langfristig nicht nachhaltig ist.
Bad Urach darf nicht zum Spielball eines globalen Konzerns werden. In Zeiten, in denen wir wieder mehr europäisch, national und vor allem regional denken und handeln sollten, wäre es fatal, die Interessen eines Megakonzerns über die Belange unserer Bürgerinnen und Bürger zu stellen. Wer kurzfristigen Scheinlösungen nachgibt, riskiert langfristige Schäden – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Aus meiner Sicht sollten die Entscheidungsträger sich die Frage stellen, welche Art von Unternehmen und Arbeitsplätzen den wirtschaftlichen Erfolg in der Region weiterhin sichern werden. Für mich sind dies Unternehmen, die hier Steuern zahlen, junge Menschen ausbilden und gute, verlässliche Arbeitsplätze mit Zukunft bieten.
Dieses Vorgehen – eine international agierende Plattform auf Kosten regionaler Interessen zu bevorzugen – ist nicht unser Stil in Baden-Württemberg. Unser Land steht für bodenständiges Unternehmertum, für Innovationskraft aus dem Mittelstand und für kommunale Verantwortung. Ein solches Projekt läuft diesen Prinzipien zuwider.
Ich wünsche mir von der Stadt Bad Urach und allen Entscheidungsträgern, dass sie sich klar für eine regionale, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung aussprechen – und gegen ein Projekt, das am Ende nur einem nutzt: Amazon.
Jannik Söll, Bad Urach-Hengen
