Die Aufregung um mein Schreiben an das Regierungspräsidium Stuttgart wegen der Umleitungsstrecke der B 312 durch Rommelsbach werde ich nicht unkommentiert so stehen lassen.
Die Befürchtung, dass aufgrund meines Schreibens mögliche Nachteile für Rommelsbach entstehen sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Kritik, die offensichtlich sehr berechtigt ist, kann doch nicht unserem Ort zum Nachteil ausgelegt werden? Da habe ich offensichtlich eine wesentlich höhere Meinung von der Verwaltung als viele meiner Kollegen im Ortschaftsrat. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass am Ende der betreffenden Sitzung ein Ratskollege die Frage stellte: »Was unternehmen wir wegen der Umleitungsstrecke?« Die Antwort war ein knappes »ha, nichts«. Keiner der übrigen Räte begehrte dagegen auf! Stattdessen geschah in den folgenden zwei Wochen tatsächlich »nichts«. Dabei drängte die Zeit. Der Beginn der Umleitung stand unmittelbar bevor - und damit rückte für Rommelsbach der permanente Verkehrsinfarkt immer näher. Dürfen und können wir das einfach so hinnehmen? Widerspruchslos und ohne wenigstens unserer sehr berechtigten Verärgerung Ausdruck zu geben?
Da ich es inzwischen satt war, immer wieder in Rommelsbach den »Hund zum Jagen« tragen zu müssen, habe ich mich entschlossen, als engagierter Bürger für unseren Ort initiativ zu werden. Deshalb habe ich mich in einem direkten Brief an das Regierungspräsidium in Stuttgart gewandt - »ohne Zutun der anderen Räte«, wie der Reutlinger General-Anzeiger am 8. Februar 2013 in seinem Bericht auf Seite 10 bemerkt. Noch einmal: Dieser Brief wurde nicht im Namen des Rates verfasst. Aber ich war und bin nach wie vor der Meinung, dass in irgendeiner Form die Kritikpunkte zeitnah dem Präsidium dargebracht werden mussten. Diese Kritikpunkte äußern sich in den 14, uns alle, also jeden Bürger, betreffenden Fragen. Mir dann vorzuwerfen, dass ich mich mit »fremden Federn« schmücken wolle, mutet vor diesem Hintergrund schon seltsam an. Kritik anmelden, ohne sie konkret und inhaltlich zu begründen, das wäre meines Erachtens stillos. Zu der einseitig abgesagten Klausurtagung ist festzustellen, dass die aus dem Rat immer wieder angeregte Veranstaltung bereits auf das Frühjahr 2012 terminiert war und verschoben wurde. Jetzt hat man einen weiteren Grund gefunden, diese offensichtlich von Teilen nicht gewünschte Klausurtagung nicht stattfinden zu lassen.
Natürlich wissen meine Kritiker, dass mein Schreiben an das Regierungspräsidium in der Sache richtig war. Ihre Kritik richtet sich letztlich gegen den Stil, also dagegen, dass ich Eigeninitiative ergriffen habe. Es ist das gute Recht des Bezirksbürgermeisters, wenn er erklärt, dass er nichts tun werde. Aber niemand kann mir vorwerfen, wenn ich anderer Meinung bin und initiativ werde. Vom Regierungspräsidium Stuttgart erwarte ich Antworten, die ich selbstverständlich dem Rat zur Verfügung stellen werde. Das würde jeder Rommelsbacher tun - in dem Vertrauen, eine gute Sache für unseren Ort getan und dabei Zivilcourage gezeigt zu haben.
Georg Leitenberger, Rommelsbach
