Seitdem ich nach einer OP einen Rollator benutzen muss, stellte ich fest, dass gerade an Hauptkreuzungen der Innenstadt für Rollatornutzer keine Chance besteht, die Ampeln in der Grünphase zu überqueren. Man muss dreimal den zwölf Kilogramm schweren Rollator über die hohen Bordsteinkanten hieven. Seitdem bin ich nur in Tübingen einkaufen, denn das ist ja Mittelalter im Zuge der Barrierefreiheit. Nicht mal am Bahnhof sind die Bordsteine abgesenkt. Vom Bahnhof zur Commerzbank sind Sie am Ende von der ständigen Hochtragerei des Rollators. Wo ist die so gepriesene Barrierefreiheit? Oder von der AOK aus zum Bürgerpark. Warum kann es Tübingen und Reutlingen nicht? Mein Konsum bleibt in Tübingen. Sehr schade für die bereits entkernte Innenstadt. Selbst viele Geschäfte haben keine Barrierefreiheit. In Tübingen hingegen: keine Huggelpisten, keine überhohen Bordsteine, Leitstreifen für Blinde et cetera. Liebes Reutlingen, ich bin gerne bereit, euch alle Straßen zu zeigen, um Abhilfe zu schaffen. Aber bitte sperrt nicht die Rollator-Gang aus der Stadt. Ich bin nicht alleine mit dem Problem.
Jule Dabek, Reutlingen
