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Aktuell Leserbrief

»Gefährlich wie Opium und Schnaps«

Digitalisierung und Smartphones (per E-Mail)

Überall hört man das Loblied auf die Digitalisierung klingen. Ein Heilmittel für fast alle Probleme. Sicher: Die Digitalisierung spielt bei der Steuerung und Optimierung industrieller und bürokratischer Systeme eine zunehmend wichtige Rolle. Aber: Wenn digitale Tech-Oligarchen zunehmend unsere Lebenswelt auf den Kopf stellen, muss gegengesteuert werden.

Zum einen muss diese Machtkonzentration einiger Tech-Firmen energisch reguliert werden, was in der EU immer wieder versucht wird. Zum anderen müssen wir unsere Kinder und Jugendlichen vor den Verlockungen der süchtig machenden Algorithmen schützen (der GEA-Bericht vom 3. Dezember auf Seite 6 ist äußerst informativ und gut recherchiert).

Besonders die Generation Alpha (ab 2010 geboren), mit dem Smartphone aufgewachsen, ist diesem Medium stark verfallen. Überall sieht man die Heranwachsenden nach vorne geneigt aufs Handy gucken. Gaming (wesentlich Ballerspiele), Social Media, Pornos, Gewaltdarstellungen, Tik-Tok-Filmchen, dazu noch Streaming-Angebote: Unfassbare 80 Stunden in der Woche verbringen viele Jugendliche im Netz.

Die Eltern sind mit dieser Entwicklung heillos überfordert und wissen oft gar nicht, was ihre Schützlinge im Netz so treiben. Deshalb denke ich, dass unsere Politik europaweit auf ein Smartphone-Verbot bis zum Alter von mindestens 15 Jahren hinarbeiten sollte. Um es drastisch zu formulieren: Diese Dinger sind gefährlich wie Opium oder Schnaps und wir sollten nicht zulassen, dass eine ganze Generation davon gefährdet wird.

 

Dieter Fischer, Reutlingen