Da hat unser Welterklärer Dr. Ludwig wieder einmal zugeschlagen und uns eine gar nicht frohe Weihnachts- und Neujahrs-Botschaft beschert. Wie immer hat er eine diffizile, ungewöhnliche Sicht auf das politische Geschehen. So kann man die Dinge sehen. Zum Glück darf man in unserem Land alles sagen und schreiben, was einem so durch den Kopf geht.
Zu Recht beklagt Dr. Ludwig, dass nach vier Jahren Krieg, Tausenden Gefallenen, Millionen von Flüchtlingen und endlosem Leiden der Zivilbevölkerung kein Frieden in Sicht ist. Ebenso wie Putin macht aber auch Dr. Ludwig dafür die Ukraine verantwortlich – ebenso wie die europäischen »Kriegstreiber«, die alle Trump’schen Friedensbemühungen sabotieren. Unsere Sofa-Pazifisten würden um des sogenannten Friedens willen bedenkenlos die Ukraine preisgeben. Die Ukrainer aber wollen partout nicht aufgeben. Anscheinend wollen sie lieber für ihre Freiheit und ihr Land kämpfen und sterben, als nach der Okkupation in sibirischen Gulags oder russischen Folterkellern zugrunde zu gehen.
Das beklagte Leiden und Sterben wäre jedoch einfacher zu beenden, wenn Russland, wenn Putin seine Aggression gegen die Ukraine einstellte, und einem Waffenstillstand zustimmen würde als Vorstufe für einen möglichen gerechten Frieden. Bis jetzt aber hat Putin auf jede neue Runde amerikanischer »Friedensverhandlungen« nur mit verstärkten Angriffen auf die Zivilbevölkerung geantwortet.
Angesichts dieser Erfahrungen mit Putins Russland kann es nicht verwundern, wenn die Europäer aufrüsten, um verteidigungsfähig zu sein, ja um auch »kriegstüchtig« zu werden. Das ist keine »Kriegstreiberei«, sondern das Gegenteil: Frieden sichern durch Abschreckung! Das wussten schon die Römer: »si vis pacem, para bellum« – wer den Frieden will, muss auf den Krieg vorbereitet sein. Vorbereitet zur Selbstverteidigung.
Prof. Dieter Mutschler, Reutlingen
