Sehr geehrter Herr Dr. Mezger, zu Ihrem Leserbrief habe ich einige Fragen und Anmerkungen: Was wäre denn Ihre Strategie, die Geiseln endlich frei zu bekommen? Was können Israel und die internationale Gemeinschaft tun, dass die Hamas nicht wieder in Israel einfällt, foltert, vergewaltigt tötet und entführt? Die Hamas hat schon kurz nach dem Überfall 2023 angekündigt, sie werde es wieder tun. Wie kann der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen gestoppt werden? Diese Woche wurden wieder Raketen aus einem Wohngebiet im Gazastreifen auf Israel abgeschossen. Eine weitere Frage: Warum erhielt der Sudan mit 50 Millionen Einwohnern in den letzten zwei Jahren nur 1.277 Lastwagen mit Hilfsgütern? In dieser Zeit starben mehr als 500.000 Kinder unter 5 Jahren an Hunger und Unterernährung. Im Gegensatz dazu wurden in den letzten 18 Monaten 25.000 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht, in dem gut 2 Millionen Menschen leben.
Warum hat die Hamas den Krieg überhaupt begonnen? Warum beendet sie ihn nicht? Hier komme ich auf die Überschrift zu sprechen: Strategie erzeugt Hass. Die Hamas hat das Ziel, Israel zu vernichten. Ich sehe die Strategie der Hamas so: Als anerkannte Terrororganisation muss sie sich an keine Menschenrechte und kein Kriegsrecht halten. Sie beschießen absichtlich Wohngebiete mit Raketen, töteten vorsätzlich, aus nächster Nähe alle Juden, die sie finden konnten, von Kleinkind bis zum Greis. Schließlich entführten sie viele Menschen in den Gazastreifen und verstecken sie in unterirdischen Tunneln oder in Familien. Da die Hamas auf Bitten der Unterhändler und Drohungen der Israelis nicht reagiert hat und Verhandlungen platzen lies, war klar, die israelische Arme wird kommen. Die Strategie der Hamas ist, eine Täter-Opfer-Umkehr zu bewirken, die Israelis durch schlimme Bilder und viele Todesopfer in der ganzen Welt in Verruf zu bringen. Ziel ist, möglichst viele Länder gegen Israel aufzuwiegeln und es so zu besiegen. Die Hisbollah, der Iran und der Jemen sind schon dabei. Wie macht die Hamas das ganz praktisch? Sie stellt sich nicht offen dem Kampf, sondern agiert in Wohngebieten aus dem Hinterhalt. Sie haben Kommandozentralen unter Krankenhäusern, Abschussrampen neben Kindergärten und Schulen. Spione bekommen »Presse«-Westen, Krankenwagen werden zum Transport von Kämpfern und Geiseln genutzt. Die Reporter der Palästinenser arbeiten auf Hochtouren, um die Welt täglich mit frischen Nachrichten über die »Kriegsverbrechen« der Israelis zu »informieren«. Dabei ist zu beachten: Krankenhäuser und Schulen verlieren nach Kriegsrecht ihren Schutzstatus, wenn sie militärisch genutzt werden. Schuld daran ist die Hamas.
Sie fragen in Ihrem Leserbrief, wie viele Opfer auf palästinensischer Seite notwendig sind, um das Massaker von 7. Oktober zu sühnen? Ich denke, darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, den Frieden wieder herzustellen. Wenn Rache eine Rolle spielen würde, würde Israel nicht das Leben seiner Soldaten einsetzten, von denen schon über 500 ihr Leben lassen mussten. Das könnte die Luftwaffe der israelischen Arme erledigen, ohne das Leben seiner Soldaten zu gefährden. Es geht darum, die Hamas zu besiegen, die Israel den Krieg erklärt hat. Dabei gibt sich Israel die größte Mühe, Opfer unter der Bevölkerung zu vermeiden. Man kann es Vertreibung nennen, es ist aber eine Schutzmaßnahme.
Unsere Bundesregierung war in 1,5 Jahren nicht in der Lage, die Geiseln mit deutschem Pass zu befreien. Weder durch Verhandeln, obwohl wir die Palästinenser mit Millionen unterstützen, noch durch SEK oder GSG 9, die für solche Einsätze gegründet wurden. Das müssen wir aufgrund von Unfähigkeit den Israelis überlassen. Als Dankeschön bekommen sie heftige Kritik.
Reinhard Werz, Hohenstein
