Dass Windkraft in Reutlingen breite Unterstützung genießt, zeigte auch die Online-Abstimmung des General-Anzeigers: Darin sprachen sich zwei Drittel für die geplanten zwei Windräder am Käpfle aus. Die Gegenstimmen lagen unter 30 Prozent. Nun hat sich auch der Gemeinderat entschieden, den Weg für zwei Windenergie-Anlagen in Reutlingen freizumachen. Damit hat unsere Stadt Mut, Verantwortung und Weitsicht bewiesen. Das knappe, aber klare Votum von 22:18 Stimmen dafür zeigt: Reutlingen stellt sich den Herausforderungen der Zeit – faktenbasiert, zukunftsorientiert und im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger. Windkraft ist eine große Chance für unsere Kommune. Sie ermöglicht Einnahmen, die vor Ort bleiben, schafft Wertschöpfung für lokale Unternehmen und stärkt damit unsere regionale Wirtschaft – statt weiterhin Millionen an ausländische Energiekonzerne und Autokratien zu überweisen. Energie in eigener Hand bedeutet Unabhängigkeit, Stabilität und Frieden. Zugleich entlastet die Entscheidung das Klima und damit unsere Wälder, die heute schon massiv unter Hitze und Trockenheit leiden. Die wissenschaftlichen Gutachten zeigen eindeutig: Lärm- und Infraschallgrenzwerte werden eingehalten, moderne Anlagen sind besonders leise uns zusätzlich sind die Genehmigungsbehörden den verunsicherten Anwohnern noch entgegengenommen, indem sie schärfere Schall-Grenzwerte von maximal 40 dB für Geräuschspitzen ansetzen wollen. Auch die Eingriffe in den Wald werden auf ein Minimum reduziert und ökologisch ausgeglichen. Wer Natur schützen will, darf die Energiewende nicht blockieren, er muss sie mitgestalten. Besonders positiv: Die Entscheidung öffnet den Weg für Bürgerbeteiligung. Reutlingerinnen und Reutlinger werden finanziell profitieren können: durch Genossenschaftsanteile, direkte Beteiligung oder den geplanten Strombonus für Anwohner. Dies sind Modelle, die bereits in anderen Kommunen wie Münsingen Unterstützung gefunden haben. Der Reutlinger Gemeinderat hat damit nicht nur ein Energieprojekt ermöglicht. Er hat gezeigt, dass Reutlingen bereit ist, Verantwortung zu übernehmen – für Klimaschutz, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und eine lebenswerte Region. Dafür gebührt ihm Respekt.
Florian Klebs, Reutlingen
