Die Stadt – sogar besser: eine »Task Force« – hat das nächste Projekt im Visier, um den Verkehrsfluss in der Innenstadt doch noch zum Erliegen zu bringen. Eine Fahrradstraße durch die Planie für alle umsichtig Radelnden, damit Kraftfahrzeuge die Kaiserstraße im Schneckentempo genießen können.
Zudem sieht man angesichts der damit verbundenen geplanten Verengungen von Fahrbahnen und Kreuzungsbereichen schon vor sich, wie in Bus- und Entsorgungsunternehmen die Wetten laufen, wer zuerst »stecken bleibt« – was selbst ohne Mitwirkung suboptimal Parkender (siehe Kreuzung Beutter-/Gartenstraße) sicher rasch auftreten und sodann zum Kollaps führen wird.
Negative Auswirkungen auf die ohnehin ansteigende Aggression im Straßenverkehr, die allein bereits die Verkehrssicherheit mindert, sowie auf andernorts berücksichtigte Luft- und Lebensqualität sind ebenso erschreckend absehbar. Alle Aspekte lassen weder für Gewerbetreibende – wollen Verwaltung und Bewohner der Stadt die nicht eigentlich haben und halten? – noch für pendelnde Anwohner Positives erwarten.
Überraschend, da angeblich auch die Planer dort von überwiegend Zielverkehr ausgehen und sich der Hauptbetroffenen bewusst wären.
Trotz dieses Befundes wurde bereits der »Versuch«, die Charlottenstraße letztlich zu sperren, eine Dauereinrichtung. Dies lehrt, zum einen die Behauptung zu hinterfragen, es handele sich für die Planie um einen zeitlich befristeten Versuch – der aber gleichzeitig zu Erkenntnissen für die langfristige Umgestaltung führen soll. Zum anderen drängt sich die Frage auf, ob große oder doch kleine laute Teile »der Bürgerschaft« dieses Projekt »fordern«.
Monika Bangert, Reutlingen
