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Aktuell Leserbrief

»Das hat mich doch ziemlich verärgert«

Zum Artikel »Fernwärme wird ausgebaut« vom 21. August (per E-Mail)

Im GEA vom 21. August werden umfangreiche Bauarbeiten der FairEnergie zum Ausbau der Fernwärmeversorgung angekündigt. Das hat mich doch ziemlich verärgert, obwohl ich Fernwärme als eine äußerst sinnvolle Einrichtung betrachte.

Vor wenigen Jahren (2022) wurde eben von dieser FairEnergie die Heppstraße bis weit nach Betzingen hinein aufgegraben, um Rohre für Fernwärmeversorgung zu verlegen. Bereits als ich von dieser Planung erfuhr, hatte ich mein Interesse an einem Fernwärmeanschluss der FairEnergie ge-genüber bekundet. Als die Bauarbeiten dann begannen, hatte ich damals eigentlich angenommen, die Heppstraßenanwohner werden alle mal befragt, ob Interesse für einen Fernwärmeanschluss besteht. Aber nichts dergleichen. Als die Bagger dann vor unserer Haustüre angekommen waren, habe ich die FairEnergie erneut kontaktiert und meinen Wunsch auf Anschluss an die Fernwärmeversorgung nochmals bekräftigt. Die einfache Antwort lautete jedoch: »Dann müssen wir ja einen Graben bis zu ihrem Keller machen. Das ist viel zu teuer, das lohnt sich für uns nicht.« Jetzt, vor wenigen Wochen, erreichte uns dann die Information von der FairEnergie, dass wir neue Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse bekommen. Und zusätzlich sogar noch einen Glasfaseranschluss. Und das alles bis in unseren Keller! Natürlich habe ich sofort bei der Fair-Energie angerufen. Ein Graben bis an unseren Keller! Da passen doch auch noch zwei kleine Fernwärmerohre hinein. Doch weit gefehlt! Gas, Wasser und Wärme wird wohl an verschiedenen Schreibtischen bearbeitet. Die Kommunikation untereinander scheint sehr schwierig zu sein. Außerdem wird der dann vorhandene Graben ja bereits nach wenigen Wochen schon wieder zugeschüttet. So schnell geht bei der FairEnergie gar nichts. Und die Wärmeplanung ist derzeit sowieso mit anderen Dingen beschäftigt. So, der Graben ist wieder zu. Ohne Fernwärme!

Mein Fazit lautet demnach, die FairEnergie ist weder an Umweltschutz, noch an Nachhaltigkeit, noch an zufriedenen Kunden interessiert, sondern einzig und allein an Gewinnmaximierung. Dies zeigt auch die fast 30-prozentige Erhöhung der monatlichen Abschlagszahlung Anfang des Jahres, trotz geringerem Verbrauch und gesunkenen Weltmarktpreisen für Öl und Gas.

 

Gerhard Lamparter, Reutlingen