Logo
Aktuell Leserbrief

»Da sehe ich manches anders«

Zum Artikel »Die Probleme der Tübinger Vorstadt« vom 5. Juni (per E-Mail)

Der Artikel über die Darstellung der Verkehrssituation in der Tübinger Vorstadt im Bauausschuss des Gemeinderats bildet diese nur unzureichend ab. Als langjährige »Durchfahrerin« des Viertels sehe ich manches anders.

Es gibt dort keine fünf, sondern nur drei gut erreichbare Bushaltestellen, nämlich Westbahnhof, Lohmühlestraße und Festplatz (früher Bösmannsäcker). Die vermutlich mitgezählten Haltestellen Emil-Adolff-Straße und Friedhof Unter den Linden liegen entfernt vom Wohngebiet, die Qualität des ÖPNV ist eher mittelmäßig.

Auch die »gute Integration« der Tübinger Vorstadt ins Radwegenetz ist weitgehend Zukunftsmusik. Die eigentlich sinnvolle Verbindung vom franz.K über die Gminderstraße zur Tübinger Straße existiert noch nicht. Dazu müsste eine sichere Querung zwischen franz.K und Gminderstraße sowie ein sicherer Übergang von der Gminderstraße (zwischen Eckkneipe und Bosch-Parkplatz) hin zur Tübinger Straße geschaffen werden. Den allzu flotten Kfz-Verkehr in der Tübinger Straße sollte man baldigst mittels Tempolimit und Verbreiterung der Radstreifen auf das Norm-Maß (!) entschärfen.

»Das heiße Eisen im Stadtviertel sind Parkplätze« wird richtig festgestellt. Allerdings werden im Text und den zugehörigen Lageplänen die ganz großen Parkflächen im Westen des Viertels als weiße Flecken auf der Landkarte ignoriert, nämlich Bösmannsäcker und der Bosch-Parkplatz (»Privatparkplatz Robert Bosch GmbH«, circa 250 Stellplätze im Freien). Während der Festplatz Bösmannsäcker immer wieder für Rummel, Messen und Zirkuszelte gebraucht wird und deshalb nur zeitweise beparkt werden kann, sollte man die riesige Bosch-Freifläche dauerhaft anders nutzen, etwa durch den Bau eines Quartiersparkhauses für Bosch-Mitarbeiter und Anlieger. Die verbleibende Fläche könnte für Wohnbau genutzt werden.

Dr. Susanne Eckstein, VCD Kreisgruppe, Reutlingen