Den Artikel im Reutlinger General-Anzeiger über die geplante »Null-Lösung für Fußgänger« musste ich schon zweimal lesen, um die doch äußerst fragwürdigen Argumente der einzelnen Fraktionen im Reutlinger Gemeinderat zu verstehen.
Wurde uns Fußgängern von den Stadträten nach Abriss des Fußgängerüberwegs über den Oskar-Kalbfell-Platz nicht eine fußgängerfreundliche Überquerung des Platzes versprochen? Jetzt aber, was für mich als Bürger und Fußgänger nur schwer zu begreifen ist, wird die geplante Lösung auf die lange politische Aussitzbank geschoben.
Die dabei vorgebrachten Argumente der Stadträte von FDP, CDU und FWV, die Umwege der Autofahrer zu reduzieren, aber dafür die Belange der Fußgänger hinten anzustellen, halte ich doch für eine sehr merkwürdige Entscheidung. Ich glaube, Frau Vohrer und Co. sind noch nie an diesem neuralgischen Punkt gestanden, wenn drei Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Rollerfahrer, Schulkinder et cetera dort den Oskar-Kalbfell-Platz überqueren müssen. Und wie wenig Menschenkenntnis weist der Vorschlag auf, den Übergang 100 Meter weiter zu benützen. Die von uns gewählten Stadträte sollten nicht nur in den alten verkehrspolitischen Auto-Denkmodellen verhaftet sein.
Lothar Kaschel, Reutlingen
