Als Arzt in der Klinik erlebe ich täglich, wie unverzichtbar engagierte und verlässliche Einsatzkräfte für unser Gemeinwesen sind. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste – sie alle riskieren ihre Gesundheit, oft ihr Leben, um anderen zu helfen, Gefahren zu bewältigen und Sicherheit zu gewährleisten. Wer diese Menschen pauschal verunglimpft, greift nicht nur sie an, sondern das Fundament unseres demokratischen Zusammenlebens. Umso verstörender ist es, wenn ausgerechnet eine Bundesvorsitzende der Grünen Jugend mit einem »ACAB«-Pullover – also »All Cops Are Bastards« – öffentlich auftritt. Solche Parolen sind keine jugendliche Provokation, sondern Ausdruck einer demokratiefeindlichen Haltung. Wer sie trägt, verbreitet nicht Kritik an Fehlverhalten Einzelner, sondern Hass gegen eine ganze Berufsgruppe – gegen jene, die für unseren Rechtsstaat eintreten und ihn mit ihrem Einsatz täglich schützen.
In meiner täglichen Arbeit als Arzt treffe ich immer wieder auf Polizeibeamte, Rettungskräfte, Feuerwehrleute – Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Außergewöhnliches leisten. Sie verdienen unseren Respekt, unsere Rückendeckung und nicht ideologische Pauschalurteile. Wer öffentlich als politische Repräsentantin solche Botschaften verbreitet, handelt verantwortungslos und respektlos.
Ich erwarte von Bündnis 90/Die Grünen eine klare, unmissverständliche Distanzierung. Wer Führungsverantwortung trägt, darf nicht ohne Konsequenzen mit einem solchen Slogan auftreten. Ein einfaches »Das war privat gemeint« reicht nicht. Das ist eine politische Botschaft, die gesehen und verstanden wird, die auch Wählerinnen und Wähler einordnen werden. Wenn die Grünen sich nicht deutlich und mit notwendigen Konsequenzen abgrenzen, auch personell, dann ist das ein klares Zeichen: dass solche Haltungen in der Partei nicht nur geduldet, sondern mitgetragen werden. Wer das nicht will, sollte sich fragen, ob seine Stimme dort gut aufgehoben ist. Unsere Demokratie lebt vom Vertrauen in ihre Institutionen. Wer pauschal gegen Polizei und Ordnungskräfte hetzt, stellt sich außerhalb dieses Konsenses. Es ist Zeit für ein deutliches Signal: Gegen ideologischen Radikalismus – und für Respekt, Zusammenhalt und den Schutz unseres Rechtsstaates.
Dr. Max Menton, Reutlingen
