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Zuzahlungen für Pflege im Heim in Baden-Württemberg am höchsten

Die Pflege im Heim wird immer teurer: Die Eigenanteile steigen weiter an - trotz der staatlichen Entlastungszuschläge. Für den Pflegeplatz in Baden-Württemberg zahlt man einer neuen Auswertung nach am meisten.

Zuzahlungen für Pflege im Heim
Die Hände einer Demenz-Patientin. Foto: Britta Pedersen/DPA
Die Hände einer Demenz-Patientin.
Foto: Britta Pedersen/DPA

Für die Pflege in einem Heim müssen Menschen in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich besonders tief in die Tasche greifen. Zum 1. Juli lag die Eigenbeteiligung bei durchschnittlich 2.913 Euro pro Monat für einen Platz im ersten Jahr - das sind 358 Euro mehr als im Vorjahr, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Bundesweit lagen die Kosten im Schnitt bei 2.548 Euro pro Monat. Auch hier gab es einen ähnlichen Anstieg mit 348 Euro mehr als Mitte 2022.

Die Belastungen wachsen damit im Südwesten wie bundesweit auch mit inzwischen eingeführten Entlastungszuschlägen weiter, die mit der Aufenthaltsdauer steigen. Mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr im Heim liegt die Zuzahlung in Baden-Württemberg bei 1.905 Euro pro Monat - das sind 186 Euro mehr als zum 1. Juli 2022, wie aus den neuen Daten hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen dann noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu.

Seit 2022 gibt es neben den Zahlungen der Pflegekasse auch einen Entlastungszuschlag. Den Eigenanteil nur für die reine Pflege drückt das im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent, ab dem vierten Jahr um 70 Prozent. Nach einer Reform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sollen die Zuschläge Anfang 2024 erhöht werden.

Grund: Steigende Löhne für Pflegepersonal

Grund für die Kostenerhöhungen sind vor allem steigende Löhne für das Pflegepersonal, wie der Verband der Ersatzkassen erläuterte. Maßnahmen für eine faire Bezahlung seien zu unterstützen. Es könne aber nicht sein, dass stetig steigende Kosten zum Großteil von den Pflegebedürftigen geschultert werden müssten.

Vergleichsweise am wenigsten müssen Pflegeheimbewohner der Auswertung nach in Sachsen-Anhalt aufbringen, wo im ersten Pflegejahr 1994 Euro monatlich fällig sind. Im Nachbarbundesland Bayern ist der Pflegeplatz im ersten Jahr mit 2.448 Euro pro Monat mehr als 450 Euro günstiger als im Südwesten. Für die Auswertung wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern ausgewertet. Die Daten beziehen sich auf Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5. (dpa)