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Zehn Jahre danach - Winnenden gedenkt der Opfer

Das Gedenken an die Opfer ist in Winnenden zehn Jahre nach der Bluttat lebendig. Am 11. März wollen wieder Angehörige, Bürger und Politiker zusammenkommen und um die 15 Ermordeten trauern.

Winnenden Gedenken
Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar wo er sich bei seinem Amoklauf erschossen hatte. Foto: Ronald Wittek
Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar wo er sich bei seinem Amoklauf erschossen hatte.
Foto: Ronald Wittek

Winnenden (dpa/lsw) - Zum 10. Jahrestag des Amoklaufs gedenkt die Stadt Winnenden der Opfer. Wie stets am 11. März sollen um 9.33 Uhr die Kirchenglocken in der Kleinstadt nahe Stuttgart läuten. Zu dieser Zeit ging zehn Jahre zuvor der erste Notruf bei der Polizei ein. Ein ehemaliger Schüler war in die Albertville-Realschule eingedrungen und hatte mit der Pistole seines Vaters acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen während des Unterrichts ermordet. Auf seiner Flucht nach Wendlingen erschoss der 17-Jährige drei weitere Menschen und anschließend sich selbst.

Zu der Gedenkfeier wird auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) erwartet. Nach der Ansprache des Oberbürgermeisters Hartmut Holzwarth (CDU) sollen die Namen der Ermordeten verlesen werden. Die Trauernden kommen wie in den vergangenen Jahren im Stadtgarten in Sichtweite der Schule zusammen. Dort steht seit fünf Jahren das Mahnmal »Gebrochener Ring«. Am Eingang der Realschule erinnern bereits seit 2012 Steinplatten mit den Namen der Opfer an die Bluttat. Ein Klassenzimmer, einer der Tatorte von damals, wurde als Gedenkraum eingerichtet.

Die Stadt bittet darum, Trauernden ausreichend Privatsphäre zuzugestehen und Respekt entgegenzubringen. Während der öffentlichen Veranstaltung seien zwar Filmaufnahmen erlaubt, Fernseh- und Radiointerviews sowie Nahaufnahmen Trauernder sollten aber tabu sein.