REUTLINGEN/STUTTGART. »Im Zweifel für die Freiheit«, »Sozialstaat absägen!«, »Politiker brauchen eine wirksame Aufsicht«, »Subventionen abbauen«, »Kernkraft erhalten«, »das Asylrecht reformieren«: Das sind nur einige der Forderungen, die das Team Freiheit in seinem Wahlprogramm aufgelistet hat. Mit 14 Punkten ist es überschaubar – und mehr mit Parolen als mit konkreten Ideen befüllt.
Etliche einstige Politiker, vorwiegend von AfD- und FDP, sind dennoch dem Ruf von Frauke Petry und Thomas Kemmerich gefolgt, um das Land »vom bürokratischen Burn-out« zu befreien. Die Strukturen der alten Parteien würden es nicht erlauben, Politik zu gestalten – also muss etwas Neues her. Und was wäre da besser als ein Team mit dem Namen Freiheit? Das schaffte es tatsächlich innerhalb kurzer Zeit, »die volle Wahlreife« zu erreichen, sprich genügend Unterstützer und Kandidaten zu finden, um bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz anzutreten.
Wählbar ist die selbst ernannte Anti-Partei aber dennoch nicht – denn ihre bereits eingereichten Landeslisten haben sie kurz vor knapp zurückgezogen. Man wolle sich auf die Bundestagswahl konzentrieren: So lautet die seltsam anmutende Begründung. Schließlich liegen die letzten Wahlen nicht mal ein Jahr zurück, die Regierung ist bis 2029 im Amt. Das Team Freiheit ist jedoch überzeugt, dass es bald zu Neuwahlen kommt – und dann stünden sie bereit. Wenn sie nicht auch dann wieder einen Rückzieher machen.

